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  • Schily

mehr als 1000 Beiträge seit 14.07.2000

Re: Linux längst auf „Windowspfaden” ...

Das Problem von Stallman ist, daß er sich bis heute so verhält, als gebe es noch die definitv illegale GPLv0.

Schon im Herbst 1986 habe ich erkannt daß die GPLv0 illegal ist, weil sie vom Nutzer fordert Lizenzabkommen mit anderen Anbietern zu brechen.

Als damals der GCC bei uns in der Firma (die H. Berthold AG, die in den 1980er Jahren 1/4 aller damals gebauten Sun Rechner verkaufte und damit nach Kodak der zweitgrößte Sun OEM weltweit war) eintraf, las ich aufmerksam die Lizenz und bin sofort zum Firmenjustiziar gegangen um das Problem mit ihm zu besprechen. Als Ergebnis hing wenige Stunden später ein Aushang am schwarzen Brett mit folgendem Inhalt:

Es ist hiermit verboten Kompilationsergebnisse des GCC die Firma verlassen zu lassen. Der GCC darf nur zu internen Forschungszwecken, nicht aber für produktiven Code verwendet werden.

Die GPLv0 verlangte noch daß jedes Gesamt-Binary, daß GPL Teile enthielt insgesamt unter die GPL zu stellen sei. Da aber der GCC nicht das crt0.o vom System verlinkte, sondern ein eigenes unter GPL, war der GCC damit vergiftet und verlangte damit selbst kompilierte Software und die libc unter die GPL zu stellen und die libc auch noch separat mitzuliefern, wenn man Binaries herausgab. Die Forderungen zur libc waren ein Zwang die Lizenz mit dem Anbieter des Betriebssystems (und damit dem Lizenzgeber der libc) zu brechen.

Als Ergebnis meiner Aufdeckung wurde dann 1989 die GPLv1 eingeführt.

Die GPLv1 enthält drei wesentliche Änderungen zur GPLv0:

- das crt0.o vom GCC kam unter die neu eingeführte LGPL

- die Forderung "alles" unter die GPL zu stellen wurde auf das Werk beschränkt und galt nicht mehr auch für das Gesamtbinary (diese Änderung ist hier aber schwammig formuliert und wird legal nur dadurch wirksam, daß der Versuch der GPLv1 den Begriff des Abgeleiteten Werks gegen die gesetzliche Festlegung umzudefinieren, illegal und damit unwirksam ist)

- die libc und ähnliches muß nicht mehr separat mit ausgeliefert werden.

Damit wurde die GPL erstmals legal nutzbar.

Auch heute ist es für das legale Linken gegen Bibliotheken mit anderen Lizenzen wichtig zu bedenken, daß die Forderung der GPL, die das eigentlich verbietet, gesetzwidrig und daher unwirksam ist.

Spricht man daher die FSF auf die Legalität der eigenen Lizenz an (wie z.B. mit der Frage ob GNU tar auf OpenSolaris legal verteilt werden darf), wird von der FSF eine rechtlich korrekte Auskunft gegeben.

Fragt man die FSF zu eigentlich identischen Themen wie die Kombination von Linux und ZFS, kommt eine rechtlich falsche Antwort.

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