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  • pandarama

22 Beiträge seit 04.12.2007

Das Land Baden-Württemberg stellt Open Source Lösungen bereit

Es ist richtig: zu Beginn der Schulschließungen wurde an den Schulen alles Mögliche ausprobiert, weil die wenigsten Schulen gut darauf vorbereitet waren. Auch ich hatte mich mit MS Teams beschäftigt. Als Lehrer und Netzwerkbetreuer hatte ich vor allem den Bedarf, mit den Schülern per Video zu kommunizieren (der Rest war bereits über die Nextcloud sehr gut gelöst). Dazu hatten wir verschiedene Systeme getestet: Jitsi, MS Teams, BigBlueButton. Es wurde dann in den Osterferien ein BigBlueButton Server aufgesetzt und für unsere Schule hat das dann innerhalb von ein paar Schultagen gut für alle Schüler und Lehrer funktioniert.

Es ist aber auch richtig: bereits einen Schultag vor der Schließung erhielten alle Schulen eine kostenlose Moodle-Instanz bei Belwü und seit Mai ist darin auch das Videokonferenzsystem BigBlueButton integriert.
Was vielen Schulen noch fehlt, ist eine Plattform zum Dateiaustausch/Dateibearbeitung, eben eine Cloud wie Nextcloud.
Moodle ist völlig anders als Microsoft 365. Es ist von vornherein für Unterricht an Schulen/Hochschulen konzipiert und kann sehr viel mehr als die MS Cloud. Durch die Funktionsvielfalt wirkt es zunächst unübersichtlicher, aber wenn man die Kollegen und Schüler behutsam in das System einführt, sind alle zufrieden.

Mein Fazit: es werden gute Lösungen aus dem Open Source Bereich vom Land Baden-Württemberg bereit gestellt. Was noch fehlt ist eine landeseinheitliche Kommunikationsform (E-Mail für alle oder Messenger). Das hätte schon vor Jahren mit ELLA funktionieren sollen, ist aber leider gescheitert (100 Testteilnehmer ließen die Nextcloud zusammenbrechen, komischerweise funktioniert bei uns die Nextcloud auf einem über 10 Jahre alten Server mit 150 gleichzeitigen Zugriffen immer noch).
Die Schulen die Microsoft 365 einsetzen werden nach meiner Einschätzung bald Probleme bekommen. Eine Anfrage des Philologenverbandes am Ende des Schuljahres beim Landesdatenschutzbeauftragten hat ergeben, dass Microsoft Produkte datenschutzrechtlich nicht ordentlich betrieben werden können. Es ließen sich lediglich die abfließenden Daten durch die richtigen Einstellungen stark reduzieren. Diese Einstellungen seien aber nicht Update-fest.

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