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Re: @Forum: Bitte über den Tellerrand hinaus schauen...

Bobby Sixkiller schrieb am 16.09.2020 10:33:

ahja schrieb am 16.09.2020 10:11:

...und beim Thema Architektur nicht direkt Endbenutzer oder Privatnutzer betrachten.

Der Markt für eine freie CPU Architektur ist riesig. Wenn ich mir die Vorgaben des BSI für die Verarbeitung von VS-NfD und aufwärts anscheue, wird das mit offener Architektur und selbst gefertigten Komponenten einfacher zu erfüllen.

Warum hat das BSI dann keine ARM-Architektur-Lizenz und entwickelt die Chips selbst?

Was Apple kann sollte das BSI doch schon lange können. lol

Das hast Du missverstanden. Das BSI macht nur fachlich begründete Vorgaben. Es wäre Aufgabe "der Politik", zu entscheiden, dass man massiv in offene, transparente Rechnerhardware bis hinunter auf Chipebene investieren möchte, weil nur so die Vorgaben auch sinnvoll umgesetzt werden können. Deren Realisierung wäre eine ähnliche Kraftanstrengung, wie damals der Entschluss, die verbliebenen Reste der europäischen Flugzeughersteller zusammenzukratzen, mit Unmengen von Geld zuzuschütten und eine lange hochdefizitäte Industriesparte daraus zu machen. Dafür wird es wieder Prügel von allen Stammtischen geben und der Erfolg ist auch nicht sicher - aber man muss es riskieren, wenn einem IT-Sicherheit wirklich Ernst ist.

Am Ende muss sich die Frage stellen: Ist Europa bereit, für den Sicherheitsgewinn (IT-Sich, aber auch MilSich und politischen Einfluss) den Preis (Investitionen und Entwicklung und Produktionsanlagen, höhere Produktionskosten (da weniger Erfahrung), geringere Chipeffizienz,...) zu bezahlen oder nicht.

Die Frage ist lange beantwortet.

Ich hoffe nicht. Es ist genug Geld da, welches man wenigstens zu einem großen Teil anstatt in den schönen Tod von ohnehin gerade sterbenden Großunternehmen (Lufthansa z.B.) vielleicht lieber in eine europäische IT-Industrie investieren könnte. Damit gewinnt man natürlich keine Wahlen, wenn man das nicht vorher überzeugend kommuniziert.

Meiner Meinung nach, ist eine eigene Chipentwicklung vergleichbar relevant wie Internetversorgung, Strom und fließend Wasser. Klar, ohne Wasser nur 3 Tage, ohne Essen 15, ohne Strom ???,... Chips sind nicht so dringlich, aber ebenso wichtig, das ist das Problem. Man verschiebt das Lösen auf morgen, denn heute ist ja grade... Klimakrise, Flüchtlingskrise, Corona, wieder/immernoch Klima, afrikanische Schweinepest,...

Jaja. In Wahrheit haben wir seit 50 Jahren Chip-Krise und keiner hat's gemerkt.

Dochdoch, das wird seit Jahrzehnten schon von ausgewiesenen Fachleuten erzählt, nur hat das kein "Entscheider" in der Politik auch nur hören wollen. Die haben sich dann immer andere Fachleute geholt und damit beauftragt, zu erzählen, dass man das auch anders lösen könne. Das waren auch Fachleute, nur haben die bei genau den IT-Unternehmen gearbeitet (oder wurden von denen finanziert), die gut davon leben, das aktuelle Zeug zu bauen oder zu verkaufen...

Ich denke, wenn Europa das jetzt auch verschläft, dann müssen wir uns nur noch die Frage stellen, ob schon unsere Kinder oder deren Kinder dann (ggf. "nur" de facto) Russen, Chinesen oder Amerikaner sind oder Europa einfach nicht mehr existiert.

Wir werden alle sterben, haltet euch bereit. Die Zeichen sind eindeutig, bald ist es soweit.

... also solche Fachleute, wie zum Beispiel Dich! ;-)

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