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  • mondnacht, Douglas Mondnacht

78 Beiträge seit 06.12.2007

Mal ein Beispiel: Pädophilie

Ich bringe mal ein Beispiel dafür, wie in der Wikipedia
Administrator-Rechte missbraucht und dazu verwendet werden, bestimmte
Meinungen durchzudrücken.

Ich hatte mir vorgenommen, den Artikel zum kontroversen Thema
Pädophilie (http://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4dophilie) ein wenig
zu überarbeiten und von ideologischem Ballast zu befreien, damit er
eines Lexikon-Artikels würdig wird. Es ging mir keinesfalls darum,
die sexuelle Neigung zu Kindern zu verharmlosen oder die Aussage in
den Artikel zu bringen, dass Sex mit Kindern gut sei. Zwar halte ich
den Artikel auch für weitestgehend gut, doch es finden sich darin
massive Ausrutscher. Zum Beispiel sind Aussagen wie  

> Manchmal werden die Kinder verängstigt, indem z. B. ein Haustier getötet und
> weitere Gewalt angedroht wird.

nicht belegbar und inhaltlich einfach unsinnig und falsch und haben
in einem Lexikon-Artikel nichts zu suchen.

Überhaupt ist die Vermischung von Pädophilie und sexuellem Missbrauch
in dem Artikel sehr stark und unreflektiert, obwohl die beiden Themen
nur mittelbar miteinander zu tun haben. Pädophilie bedeutet sexuelle
Erregbarkeit durch Kinder und Pädophilie und sexueller Missbrauch
sind an und für sich zwei Paar Schuhe. Zum Beispiel wird die Mehrheit
der sexuellen Übergriffe auf Kinder, da kann man jeden Experten
befragen, innerhalb der Familie von nicht-pädophilen hetero- oder
homosexuellen Ersatztätern verübt. Natürlich, und das will ich weder
hier unterschlagen noch wollte ich das in dem Artikel tun, werden
sexuelle Missbrauchstaten auch von Pädophilen an Kindern verübt und
natürlich gibt es einen Zusammenhang zwischen der pädophilen Neigung
und sexuellem Kindesmissbrauch, doch ist eben nicht
Pädophilie=sexueller Missbrauch, wie es aber in dem Artikel zum Teil
so dargestellt ist; zum Beispiel indem sich unkommentiert ein Absatz
"Auswirkungen auf die Opfer sexuellen Missbrauchs" in dem Artikel
befindet. Denn es gibt viele Pädophile, die gelernt haben, mit ihrer
problematischen Neigung verantwortungsvoll umzugehen, und die keine
Kinder sexuell missbrauchen.

Aus diesem Grund wollte ich zum Beispiel, dass der Absatz
"Auswirkungen auf die Opfer sexuellen Missbrauchs"
(http://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4dophilie#Auswirkungen_auf_die_Op
fer_sexuellen_Missbrauchs) aus dem Artikel entfernt wird, da er 1.
Eins-zu-Eins aus dem Artikel "Sexueller Missbrauch an Kindern"
(http://de.wikipedia.org/wiki/Sexueller_Missbrauch_von_Kindern#Folgen
_sexuellen_Missbrauchs) übernommen wurde und er 2. einfach nicht in
den Artikel gehört, sondern in dem zu sexuellen Missbrauch an Kinder,
in dem er schon steht. Mein Redundanzbaustein wurde einfach immer
wieder entfernt und der Artikel gesperrt, obwohl das ganz klar gegen
die Regeln verstößt: Die Redundanz ist offensichtlich und auf die
Redundanzdiskussion wurde überhaupt nicht eingegangen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Redundanz/Januar_2008#P.C3.A4d
ophilie_-_Sexueller_Missbrauch_von_Kindern.  Ich hatte mich stets
dazu bereit erklärt, einen Absatz mit einzufügen, der auf den
Zusammenhang zwischen Pädophilie und sexuellen Kindesmissbrauch
eingeht, aber einen unkommentierten Absatz über die Folgen sexuellen
Missbrauchs in einem Artikel über Pädophilie einfach so stehen zu
lassen - das konnte ich dann doch nicht.

Ihr könnt euch ja einmal die Diskussions-Seite
(http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:P%C3%A4dophilie) zu dem
Artikel oder die Nutzerseite eines gewissen Peter Enz
(http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Peter_Enz) durchlesen, dann
seht ihr, mit welchen Mitteln User wie "Widescreen" oder "Tobnu" in
der Wikipedia arbeiten.

Noch einmal zur Klarstellung: Es ging mir nicht darum, eine bestimmte
Linie in den Artikel zu bringen - im Gegenteil, ich wollte ihn
nüchterner und sachlicher gestalten. Außerdem komme ich auch sehr gut
damit zurecht, dass andere nicht meiner Meinung sind und hier durch
einen möglicherweise sehr langwierigen dialektischen
Diskussionsprozess eine Kompromiss-Darstellung gefunden werden muss,
mit der alle Beteiligten leben können und die alle Meinungen richtig
beleuchtet. Wenn aber Argumente einfach vom Tisch gewischt werden,
sich einfach so eindeutig nicht an die Regeln gehalten wird und die
User, die nicht diskutieren, sondern beleidigen und unsachlich sind,
auch noch von den mit ihnen befreundeten Admins geschützt werden,
dann macht dies für mich ein anständiges Arbeiten an der Wikipedia
unmöglich.

Schade, denn gerade für den Fall so kontroverser Themen wie
Pädophilie hatte ich große Hoffnungen in die Wikipedia und den
offenen und inhaltlich-sachlichen diskursiven Prozess, durch den
*eigentlich* ihr freies Wissen entstehen sollte, gesetzt.

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