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  • alkalamba

mehr als 1000 Beiträge seit 18.06.2001

Ich würd ja freiwillig mehr zahlen, um Amazon Logistics zu vermeiden!

Seitdem die hier in München praktisch nur noch mit Amazon Logistics liefern, ist die Zustellung mit Amazon leider ein Glücksspiel geworden.

Die Boten von Amazon Logistics sind so gut wie immer des Deutschen nicht mächtig. Nicht so selten scheinen sie aber noch nicht einmal lesen und schreiben zu können. Wer meint, ein Paketbote müsse das nicht können, der hat wahrscheinlich gewisse Erfahrungen noch nicht gemacht.

Hier ist es Usus, dass der Amazon-Logistics-Bote sämtliche Pakete, die irgendwie zur Anschrift passen könnten, im Treppenhaus im Erdgeschoss ablädt und sich davon macht. Dabei wird noch nicht einmal überprüft, ob die Person in der Anschrift überhaupt in dem Haus wohnt. Mein Wohnkomplex besteht aus Vorder- und Rückgebäude. Neben dem Tor, durch das man ins Rückgebäude gelangt, steht groß "Rückgebäude" zusammen mit Klingelschildern aller Bewohner. Ein paar Meter weiter neben dem Haupteingang finden sich die Klingelschilder der Bewohner des Vordergebäudes. DHL hatte damit niemals irgendein Problem.

Die Amazon-Logistics-Boten wissen leider anscheinend gar nicht, was ein Rückgebäude ist. Nicht selten finden sich Pakete für Bewohner des Rückgebäudes im Vordergebäude, wo sie für jeden zugänglich im Treppenhaus herumfliegen. Zettel werden grundsätzlich keine eingeworfen (wie auch, in dem Fall sind die Briefkästen ja auch in dem anderen Haus). Wenn mir das passiert, steht im Zustellbescheid von Amazon frech, dass ich das Paket persönlich angenommen hätte. Oder dass ein Nachbar, der meinen Namen trägt (?), es für mich angenommen hätte. Da darf ich dann raten, ob es überhaupt irgendwer angenommen hat oder es wieder irgendwo im Treppenhaus herumliegt, und wenn ja, welcher Nachbar das wohl gewesen sein könnte.

Ich kann mir das nur damit erklären, dass Amazon ganz offensichtlich zum Mindestlohn oder durch zwielichtige Sub-Sub-Unternehmer vielleicht sogar darunter Tagelöhner als Boten engagiert, die am Rande der Gesellschaft stehen. Diese Boten werden anscheinend außerdem noch durch kaum schaffbare Zeitvorgaben genötigt, Pakete stapelweise in Treppenhäusern abzuladen, statt bei irgendwem oder gar dem Empfänger des Pakets zu klingeln. Zustellnachweise werden offenbar nicht verlangt, wahrscheinlich weil es billiger ist, die Fälle, wo ein Paket verschwindet, durch Kulanz zu regeln, als dafür zu sorgen, dass weniger Schwund entsteht. Dadurch, dass es auch keine Basis gibt, wo man nicht zugestellte Pakete abholen kann (sowas würde ja Geld kosten), ist der Druck vermutlich noch höher, die Pakete auf Teufel komm raus irgendwo und an irgendwen abzuladen.

Bei Amazon Logistics kann man schon froh sein, wenn ein Paket tatsächlich
a) im richtigen Haus gelandet ist,
b) nicht ins Treppenhaus geworfen, sondern tatsächlich bei einem Nachbar abgegeben wurde und
c) dieser Nachbar auf dem Zustellbescheid nicht so grob falsch geschrieben wurde, dass man nicht mehr entziffern kann, wer gemeint war, wenn überhaupt versucht wurde, dessen Namen einzutragen statt den des Empfängers.

Das ist bei dem Kram, den ich mich bei Amazon noch zu bestellen traue, zwar nicht wirklich tragisch. Nach ein paar Tagen tauchen die meisten Pakete doch noch irgendwie auf und wenn nicht, ersetzt Amazon auch problemlos die Lieferung. Aber trotzdem: Sind Leute, die Deutsch in Wort und Schrift beherrschen, wirklich so unbezahlbar teuer? Wenn ich die Möglichkeit hätte, für einen angemessenen Mehrbetrag via DHL zu bestellen oder bei einer Art Premium-Amazon-Logistics mit Angestellten, die vernünftig bezahlt werden und vielleicht sogar wissen, was ein Rückgebäude ist und wie man einen Namen fehlerfrei von einem Klingelschild abtippt, dann würde ich das auf jeden Fall tun.

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