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  • Wolfgang Draxinger

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Re: am besten noch weiter den ausgangspegel limitieren

pehar schrieb am 14.02.2019 07:23:

Was habt Ihr nur gegen Oehlbach?

Weil das Zeug von denen einfach nur überteuert ist.

Wenn eine HiFi Endstufe ordentlich gebaut ist, dann wird das negative Feedback des Verstärkers aus dem fließenden Strom bestimmt und nicht der Ausgangsspannung (= Messung über Shunt-Widerstand) und damit weitestgehend unempfindlich gegenüber Einstrahlungen in das Lautsprecherkabel.

Da selbst 1MHz (was weeeeit über dem hörbaren Bereich liegt) noch eine Wellenlänge von >200m entspricht, muss nicht auf Wellenwiderstand, sondern auf Gleichstrom-Lastübertragung angepasst werden, d.h. Ausgangsimpedanz des Verstärkers + Leitungswiderstand < Lautsprecherimpedanz. Das bekommt man sogar mit billigstem verdrilltem Klingeldraht hin, sofern der Querschnitt groß genug ist.

Nichtlinearitäten an schlechten Kontaktflächen (passive Intermodulation) spielen aus dem gleichen Grund keine Rolle; die Impedanz dieser Nichtlinearitäten – falls sie denn überhaupt auftreten – ist einfach zu groß, als dass die dadurch erzeugten Verzerrungen überhaupt am Lautsprecher ankommen.

Auf der Kleinsignalseite gilt das gleiche für Wellenwiderstand und Impedanzanpassung, nur dass schlechte Kontakte dort durchaus einen hörbaren Effekt haben. Auch Einstrahlungen sind kritischer. Aber auch hier reicht es, entweder symmetrische Signalisierung zu verwenden, oder halt etwas besser geschirmte Kabel.

Hier im Labor arbeiten wir mit Sensitivitäten im Bereich >100dB bei Frequenzen um die 1GHz und müssen gegenüber gezielte RF-Einstrahlungen >20V/m Feldstärke im selben Frequenzbereich robust sein. Und selbst da reicht ein stinknormales RG-316 völlig aus.

Im Audio-Bereich gilt unter Leuten sich sich auskennen Neutrik als der Hersteller im Hochpreis- und Hochqualitätssegment; alles was noch teurer ist, ist Bauernfängerei.

Was im Audiobereich wirklich wichtig ist, ist eine ordentliche Konstruktion der aktiven Komponenten. D.h. vernünftige Netzteile mit ausreichend Lastreserven und geringem Grundrauschen, im Signalpfad keine Komponenten die zu akustischen Resonanzen oder Mikrofonie neigen, Widerstände im Kleinsignalpfad nur in Metallfilm-Ausführung. Keramische Kondensatoren wenn überhaupt, dann nur mit X7R oder besserem Dielektrikum (idealerweise aber keine Keramik, sondern Folie).

Eletromechanisch will man ordentliche Stromrücklaufpfade, induktive Komponenten sollten so angeordnet sein, dass magnetische Streufelder nicht in fremde Signalpfade einkoppeln. Gerade extrem hochpreisige Verstärker die schön anzusehen sein sollen, verkacken das eigentlich immer, weil deren Aufbau auf hohe Symmetrie getrimmt ist (soll ja schön anzusehen sein), dadurch aber magnetisches Nebensprechen begünstigt wird.

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