aus ein
Ansicht umschalten Baum an
Avatar von Verfemmnemmbemm
  • Verfemmnemmbemm

mehr als 1000 Beiträge seit 19.01.2004

Physik-Anekdote

Wurstwasserkampftrinker schrieb am 10. März 2004 13:42

> Ich kann das leider nicht genauer erläutern, ich hatte zwar
> Physik-LK, aber "was der Herr Professor von sich gegeben hat", hat
> nur unser Physik-Genie* verstanden.
>
> * Ein Schüler, der es schaffte, in _jeder_ Arbeit >150% der maximal
> erreichbaren Punktzahl (ein Widerspruch in sich) zu erreichen,
> studiert(e) AFAIK theroretische Physik. D;

Achtung, hierzu eine etwas längere aber absolut lesenswerte Anekdote:






Das nun folgende war wirklich eine Frage, die in einer Physikprüfung,
an
der Universität von Kopenhagen, gestellt wurde: "Beschreiben Sie, wie
man die Höhe eines Wolkenkratzers mit einem Barometer feststellt."
Ein
Kursteilnehmer antwortete: "Sie binden ein langes Stück Schnur an den
Ansatz des Barometers, senken dann das Barometer vom Dach des
Wolkenkratzers zum Boden. Die Länge der Schnur plus die Länge des
Barometers entspricht der Höhe des Gebäudes."

Diese in hohem Grade originelle Antwort entrüstete den Prüfer
dermaßen,
dass der Kursteilnehmer sofort entlassen wurde. Er appellierte an
seine
Grundrechte, mit der Begründung, dass seine Antwort unbestreitbar
korrekt war, und die Universität ernannte einen unabhängigen
Schiedsrichter, um den Fall zu entscheiden. Der Schiedsrichter
urteilte,
dass die Antwort in der Tat korrekt war, aber kein wahrnehmbares
Wissen
von Physik zeige.

Um das Problem zu lösen, wurde entschieden den Kursteilnehmer
nochmals
herein zu bitten und ihm sechs Minuten zuzugestehen, in denen er eine
mündliche Antwort geben konnte, die mindestens eine minimale
Vertrautheit mit den Grundprinzipien von Physik zeigte.

Für fünf Minuten saß der Kursteilnehmer still, den Kopf nach vorne,
in
Gedanken versunken. Der Schiedsrichter erinnerte ihn, dass die Zeit
lief, worauf der Kursteilnehmer antwortete, dass er einige extrem
relevante Antworten hatte, aber sich nicht entscheiden könnte, welche
er
verwenden sollte.

Als ihm geraten wurde, sich zu beeilen, antwortete er wie
folgt: "Erstens könnten Sie das Barometer bis zum Dach des
Wolkenkratzers nehmen, es über den Rand fallen lassen und die Zeit
messen die es braucht, um den Boden zu erreichen. Die Höhe des
Gebäudes
kann mit der Formel H = 0.5g * t² berechnet werden. Das Barometer
wäre
allerdings dahin. Oder, falls die Sonne scheint, könnten Sie die Höhe
des Barometers messen, es hochstellen und die Länge seines Schattens
messen. Dann messen Sie die Länge des Schattens des Wolkenkratzers,
anschließend ist es eine einfache Sache, anhand der proportionalen
Arithmetik die Höhe des Wolken- kratzers zu berechnen.

Wenn Sie aber in einem hohem Grade wissenschaftlich sein wollten,
könnten Sie ein kurzes Stück Schnur an das Barometer binden und es
schwingen lassen wie ein Pendel, zuerst auf dem Boden und dann auf
dem
Dach des Wolkenkratzers. Die Höhe entspricht der Abweichung der
ravitationalen Wiederherstellungskraft T = 2 pi im Quadrat (l/g).
Oder,
wenn der Wolkenkratzer eine äußere Nottreppe besitzt, würde es am
einfachsten gehen da hinauf zu steigen, die Höhe des Wolkenkratzers
in
Barometerlängen abzuhaken und oben zusammenzählen.

Wenn Sie aber bloß eine langweilige und orthodoxe Lösung wünschen,
dann
können Sie selbstverständlich das Barometer benutzen, um den
Luftdruck
auf dem Dach des Wolkenkratzers und auf dem Grund zu messen und der
Unterschied bezüglich der Millibare umzuwandeln, um die Höhe des
Gebäudes zu berechnen.

Aber da wir ständig aufgefordert werden die Unabhängigkeit des
Verstandes zu üben und wissenschaftliche Methoden anzuwenden, würde
es
ohne Zweifel viel einfacher sein, an der Tür des Hausmeisters zu
klopfen
und ihm zu sagen: "Wenn Sie ein nettes neues Barometer möchten, geb
ich
Ihnen dieses hier, vorausgesetzt Sie sagen mir die Höhe dieses
Wolkenkratzers."

Der Kursteilnehmer war Niels Bohr, der erste Däne der
überhaupt den Nobelpreis für Physik gewann.

Bewerten
- +
Anzeige

heise online Themen