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mehr als 1000 Beiträge seit 12.07.2006

Sie können mich mal, Frau George!

Für die Vervielfältigung urheberrechtlich geschützter Textwerke zahle
ich doppelt und dreifach über diverse Pauschalabgaben auf alle
möglichen Speichermedien und Geräte.

Nicht mal ansatzweise vervielfältige ich Texte in einem Ausmaß, dass
sich auch nur ein einziger Pauschalbetrag, den ich dafür abführen
muss, für mich rechnet. Genau genommen kopiere ich überhaupt keine
Zeitungsartikel, Zeitschriften, Bücher und ähnliches.

Ich lasse mir das, wenn ich schon dafür zahlen muss, aber sicher
nicht obendrein noch verbieten. Weder das Verleihen, noch das
Ausleihen, noch das Weiterverkaufen, noch das Kopieren.

Passt Ihnen nicht? Das ist mir egal. Die "Kreativen" haben den Bogen
überspannt. Ihr ständiges Gejammer, ihre Lobbyhurerei; ihr Anspruch,
für jeden feuchten Furz Einnahmen garantiert zu bekommen - mir
reicht's.

Der Schreiner von nebenan verdient auch nicht lebenslang an der einen
tollen Idee für einen Wohnzimmertisch, über den er so lange
nachgedacht hat, sondern muss jeden Tag für sein Geld arbeiten und
kann nicht einfach das Handwerken verbieten lassen und Abgaben auf
den Verkauf von Hammern, Nägeln, Holzsägen und sonst noch allem, was
ihm so einfällt, durchsetzen.

Wenn Sie mit dem bloßen Verkauf von Büchern nicht über die Runden
kommen, müssen Sie sich eben einen besseren Mix aus Schreiben, Bücher
verkaufen, Lesungen, usw. einrichten. Funktioniert nicht? Pech, nicht
mein Problem. Dann sind Ihre "Werke" nun mal so schlecht, dass sich
nicht genügend ehrliche Käufer für Ihr Angebot finden, und Sie sind
nicht talentiert genug, um vom Bücher schreiben leben zu können.

Wir wären alle gerne Popstars und mit der Veröffentlichung eines
Werkes Milliardär - ausgesorgt auf Lebenszeit. Die große Illusion.
Das funktioniert halt nicht für alle.

Es ist nicht meine Schuld, dass ihre Werke nicht an den kommerziellen
Erfolg von Harry Potter oder Twilight herankommen, und ob ihre Bücher
inhaltlich anspruchsvoller sind oder nicht, ist irrelevant. Sie
wollen Bücher verkaufen und davon super leben können, aber es ist so
schwierig? Willkommen im Leben! Wenn ihnen das zu müßig erscheint,
suchen Sie sich einen anderen Job und hören Sie auf so zu tun, als
läge das vor allem an Kopien, am Weiterverkaufen, an Bibliotheken und
so weiter.

In welcher Scheiße Sie stecken, interessiert mich nicht im
Geringsten. Geben Sie das Schreiben auf und gehen Sie putzen, betteln
oder was Ihnen sonst noch liegt. Dann gibt es halt eine
Allerweltsschriftstellerin weniger. Das ist kein Verlust. Es kann
auch nicht jeder davon leben, dass er drei Akkorde auf einer Gitarre
zupfen kann. Und auch nicht jeder, der mal als Jugendlicher mit dem
Taschenmesser einen Ast angespitzt hat, kann sagen: "Ich bin
Schreiner! Schreinern muss sich lohnen!".

> George ist verheiratet mit dem Schriftsteller Jo Kramer und
> lebt im Hamburger Grindelviertel. Sie liebt Katzen, ist Feministin,
> gilt als erste Generation „West“ ihrer ostdeutsch-polnischen/
> französisch-lothringer Familie und braucht sehr viel kolumbianischen
> Kaffee, um auf mentale Betriebstemperatur zu kommen.

http://www.ninageorge.de/vita.htm

Klingt das für Sie ernsthaft nach schlechten Lebensumständen, oder
nach einem leidenen Dasein als hochgeniale aber verkannte Künstlerin?
Haben Sie wirklich das Gefühl, für die Bücher, die Sie so raushauen,
muss noch mehr rausspringen?

Maßlos und widerlich. Das ist alles, was man dazu sagen kann.

Wenn Ihre Bücher mit all dem, was schon an besonderen Regelungen für
Autoren eingericht wurde, um Ihnen ein gemütliches Leben ohne Arbeit
zu ermöglichen, nicht der kommerzielle Erfolg sind, den Sie sich
erträumen, und Sie der Meinung sind, es seien immer noch mehr, mehr,
mehr Sonderregelungen und Verbote für Buchkäufer erforderlich, damit
es sich für Sie rechnet, dann sind Sie im falschen Beruf. Hören Sie
auf. Geben Sie die brotlose Kunst auf. Die Gesellschaft hat Ihre
Meisterwerke nicht verdient. Lassen Sie die Menschheit nicht mehr an
Ihren genialen Ideen teilhaben.

Nicht anderes gelernt? An nichts anderem Spass? Schade, aber das geht
vielen anderen in der Gesellschaft auch so. Willkommen am
McDonald's-Drive-In-Schalter, als Hermes-Fahrerin, als
Amazon-Lagerarbeiterin. Da können Sie Ihren kolumbianischen Kaffee
für das Auf-Touren-Kommen in Ihrer Hamburger Hipsterbude ja offenbar
leichter verdienen.

Sie müssen das aber loswerden und der Welt mitteilen? Ok, dann
akzeptieren Sie bitte das Schicksal eines brotlosen, verkannten
Künstlers, dem sein Werk wichtiger ist als ein Leben in finanzieller
Sicherheit und hören Sie auf, herumzujammern.

Es reicht!

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