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  • sschnee

mehr als 1000 Beiträge seit 02.11.2003

Das ist gut und richtig so, weil:

es Verbrauchern nicht zuzumuten ist sich mit Technologien auseinanderzusetzen, von denen er keine Ahnung hat.

Man muss nicht sein Haus mit der allerneusten Hochsicherheitstechnologie (Panzerglas, intern verschlüsselnde Zahlencodeschlösser, Lasersensoren an der Alarmanlage usw.) absichern, damit die Hausratversicherung bei Einbruch zahlt.

Man muss auch nicht sein Auto mit Lenkradkralle, Schaltboxstahlgehäuse und GPS-Sender absichern, damit die Versicherung beim Diebstahl zahlt. Vor allem muss man nicht für Schäden einstehen, die jemand mit dem geklauten Auto angerichtet hat! Man muss ja noch nicht einmal für Knöllchen einstehen, die ein Dieb verursacht.

Man muss sich darauf verlassen, können, dass Fachleute, die ein Produkt entwickelt und viel mehr Ahnung als man selbst haben, dieses hinreichend sicher und funktionierend gestalten - besonders wenn es Missbrauchspotential hat.

Hier geht es um STÖRER-Haftung, also darum, dass man etwas getan oder unterlassen hat, was eine Rechtsverletzung fördert. Welcher Nicht-IT-Nerd soll bitte wissen, was man bei einem Router, einem Millionenfach eingesetzten Gebrauchsgegenstand ähnlich einem Backofen, zu tun oder unterlassen hat? Genauso wie man den Autoschlüssel benutzt, wird im Regelfall ein Router angestöpselt (so man es überhaupt selbst macht) und die geführte Installation genutzt. Man nutzt ein fertiges Industrieprodukt, weil man es nicht besser weiß. Und deswegen soll man für Rechtsverletzungen Dritter, also den Mißbrauch gegen den Willen des Eigentümers des Routers, haften?

Das Urteil ist richtig so.

sschnee

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