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  • kulinux

mehr als 1000 Beiträge seit 29.01.2001

*** FT *** Pressekonferenz zur Piratenproblematik *** FT ***

Auf seiner heutigen Pressekonferenz warnten die Seehandelsminister
der nördlichsten Bundesländer heute einhellig vor der Gefahr von
Killerspielen:
Angesichts der Piratenüberfälle vor der somalischen Küste und dem
aufopfernden Einsatz unserer Jungs von der Marine dort unten könnte
es einfach nicht angehen, dass noch irgend jemand in diesem Land das
bekannte "Schiffeversenken" ungestraft spielen könne. Ein grösserer
Zynismus, verbunden mit der Schulung von strategischen Fähigkeiten
zur marinen Piraterie sei ja wohl kaum vorstellbar. Dies müsse sofort
verboten werden.
Auf den Einwand eines Journalisten, dass ein Spiel, welches mit
Bleistift und Papier gespielt werde, doch wohl kaum etwas mit der
Realität des durch Piraten gefährdeten Seeverkehrs zu tun haben
könne, antwortete der Minister von MacPomm: "Ist Ihnen schon einmal
die strukturelle Ähnlichkeit zwischen einem Bleistift und einem
handelsüblichen Torpedo aufgefallen? - Na also!" -- Bevor der
Journalist protestieren konnte, meldete sich der Vertreter der
Blöd-Zeitung mit einer zustimmenden Meinungsäußerung zur
vorgeschlagenen Politik sowie der Frage zu Wort, was denn die Politik
gegen die piratenfreundliche Konditionierung von Kindern selbst in
frühestem Alter - Stichwort: Piratenkostüme beim Kinderfasching -
unternehmen wolle? Hier werde doch zweifellos ein Verhalten
verharmlost und sogar idealisiert, das im Vergleich zum
Schiffeversenken-Spiel geradezu als noch gefährlicher eingeschätzt
werden müsste. Die anwesenden Politiker dankten für die Anregung und
versprachen, dies in ihre Gesetzgebungsinitiative mit einzubauen.
Zur Wortmeldung des Vertreters der Jüngsten Welt, die
Plastikschwerter und Plastiknachahmungen einschüssiger
"Räuberpistolen" aus dem 17. Jahrhundert könnten doch wohl kaum ...
nahm Minister Knüppelrecht wie folgt Stellung: Zum einen könne
natürlich auch mit Plastikschwertern der Nahkampf trainiert werden -
zum anderen hätten diese vergleichsweise primitiven Waffen
ausgereicht, jahrhundertelang den Seehandel zu gefährden und den
Piraten zu einer heute noch "legendären" Macht zu verhelfen. Schon
unter historischen Gesichtspunkten wäre also gegen diese modernen
Spätfolgen mit allergrösster Härte vorzugehen!
Logische Konsequenz wäre natürlich, entsprechend verherrlichende
Filme von "Der Schwarze Pirat" bis "Piraten der Karibik I-III" sofort
auf den Index zu setzen.
"Und was ist mit der Piratenpartei?" wollte ein vorlauter Reporter
wissen, ... aber durch das sofortige Eingreifen der anwesenden,
aufmerksamen Sicherheitskräfte beendet, indem sie den Störer sofort
in Handschellen legten und aus dem Konferenzraum entfernten.
Auch die dreiste Frage eines anderen Pressevertreters, ob denn bei
den bisher festgenommenen somalischen Piraten nicht nur Waffen von
Häkler & Küchenhelf sondern auch Hinweise gefunden worden seien, dass
diese Piraten sich mit "Schiffeversenken" auf ihren Einsatz
vorbereitet hätten, wurde mit dessen sofortiger Einvernehmung
beendet. 
Auf die aufkommende Unruhe unter den verbleibenden Journalisten
reagierte Justizminister Rechthab mit der Ankündigung, alle Berichte
über diese Konferenz vor ihrer Veröffentlichung erst kontrollieren zu
müssen, da ansonsten die Publikation der besprochenen Inhalte bereits
als zukünftig unerlaubte Werbung angesehen werden müsste. 
Der Autor dieser Zeilen konnte allerdings diesem Zensurversuch
entgehen ... moment mal, es klopft ...

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