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  • Big Bonzo

344 Beiträge seit 06.01.2000

Videoüberwachung funktioniert?

Als Berliner kennt man es bereits seit Jahren, dass auf Bahnhöfen das Personal durch Videokameras ersetzt wird. Ist billiger für die ÖPNV-Betreiber. Und angeblich für die Fahrgäste sicherer.

Tatsache ist, dass auf den Bahnhöfen inzwischen jeder macht, was er will. Rauchen? Sei's drum. Auf dem Bahnhof pinkeln? Berlin eben. Omas die Handtasche wegreißen? Nicht schön. Andere ins Gleisbett schubsen? Neuer Sport. Fahrgäste anpöbeln und verprügeln? Normaler Alltag.

Es heißt dann immer, die Zahl der gemeldeten Vorfälle sei rückläufig, eindeutiger Beweis für den Erfolg der Kameras. Ach, ja? Bloß wo soll man denn melden? Ist ja niemand da weit und breit. Man sieht lieber zu, dass man sich schnell aus dem Staub macht. Die tolle "Notruf/Info-Säule", ist geradezu eine Einladung für Aggressoren. Nur für Selbstmörder, sich dort hinzustellen und brav zu warten.

Öffentlichen Plätzen droht nun das gleiche Schicksal. Bisher läuft dort regelmäßig Polizei herum. Das schreckt wirksam ab, zumindest zu den üblichen Dienstzeiten der Polizei.

Wegen knapper Kassen möchte man die Polizei ersetzen durch Kameras. Kameras schrecken dummerweise nicht ab. Vielleicht kann man so nachträglich ein Verbrechen aufklären, doch das nützt dem Opfer nicht, das lebenslange Behinderungen davonträgt oder schlicht tot ist.

Gegen Verbrechen hilft Videoüberwachung nicht. Fragt sich, wem sie in Wahrheit hilft...

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