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  • Kaufi

mehr als 1000 Beiträge seit 08.03.2000

Re: Was ist der Vorteil einer Blockchain bei einem solchen Einsatz?

Vielen Dank für deine Antwort. Ich habe den Zweck allerdings immer noch nicht vollständig verstehen können.

Bitschnipser schrieb am 07.12.2017 17:15:

Kaufi schrieb am 07.12.2017 11:25:

Ich habe den Vorteil einer Blockchain bisher nicht verstanden. Bei virtuellen Währungen ist sie sinnvoll, da dort keine zentrale Instanz gibt und die Daten so von allen Nutzern gehostet werden.

Ein Land (unabhängig davon, ob Russland oder irgend ein anderes) hat doch dieses Problem nicht. Es kann eine zentrale Datenbank betrieben werden.

Ja, aber du kannst nicht kontrollieren, ob der Inhalt der Datenbank auch stimmt.
Bei der Blockchain geht das, weil sämtliche Daten öffentlich sind.

[...]
Die Blockchain verhindert, dass ein bestehener Eintrag verändert wird.
Ausserdem kann man ihren Inhalt komplett öffentlich vorlegen, was bei Datenbanken schwierig ist, denn dort kriegt man nur das zu sehen, was der DB-Betreiber dich sehen lässt.

Was wenn die Datenbank auch völlig öffentlich ist, kann ich sie dann nicht kontrollieren? Es lässt sich auch bei einer zentralisierten Lösung die nachträgliche Änderung eines Datensatzen verhindern. Z.B. durch Signaturen. Jede Änderung eines Zustands muss Dokumentiert werden. (ähnlich eines Git-Repositories - wie in einem anderen Betrag hier geschrieben wurde; bei einer Stimmabgebe: Jeder Anwender hat einen commit).

Kann in der Blockchain anonymität gewahrt und gleichzeitig geprüft werden, dass nicht irgendjemand mehrfach Stimmen abgibt?

Das geht. Der Bürger signiert seine Stimme mit einem geheimen Schlüssel. In der Blockchain kann er dann nachsehen, ob es einen Eintrag gibt, der sich mit seinem Schlüssel kontrollieren lässt, und dann kann er auch die Stimme kontrollieren.

Was man nicht verhindern kann, sind Fake-Stimmabgaben. Der Staat kann ja das Wählerregister manipulieren - dazu bräuchte man eine Blockchain für Geburtenregister, Sterberegister und Umzugsregister.
Aber die Behörde könnte vor der Wahl bekanntgeben, wie viele Bürger ein Stimmrecht haben. Wenn dann ein unbequemes Wahlergebnis herauskommt, kann man nicht so mal eben noch ein paar hunderttausend Wähler herbeifabulieren. Man könnte höchstens die Altenheiminsassen "wählen" lassen - aber das geschieht ja auch heute schon, die Pfleger werden die Alten schön die Hand beim Kreuzchenmachen führen (entsprechende Skandale gab es schon, und nicht in Russland).

Diese Antwort gilt ebenso für die zentralisierte Version. Allerdings benötigt man in beiden Fällen einen Link zum Wählerregister. Es muss somit nachvollziehbar sein, dass ein Wähler nur einmal stimmt, allerdings nicht, was er gestimmt hat.

Also: Wenn es ihnen mit mehr Transparenz und Vertrauen Ernst ist, dann hilft die Blockchain schon, aber sie ist kein Allheilmittel.

Meine aktuelle Position ist: Die Blockchain verstärkt nur das Gefühl von Transparenz.

Edit: Nachtrag: Kann ich in einem Verteilten System nicht jeder Zeit den aktuellen Stand der Wahl sehen? Das müsste technisch noch verhindert werden und steigert nocheinmal die komplexität. (bei einer zentralen Version könnte es einfacher sein, aber der Teufel liegt wahrscheinlich im Detail)

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (07.12.2017 17:39).

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