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Avatar von aquadraht
  • aquadraht

mehr als 1000 Beiträge seit 17.11.2000

Re: Gesicht Zeigen ? Waffen für alle

küsschen (chief@tm1.net) schrieb am 1. Februar 2001 20:01:
> aquadraht schrieb am 1. Februar 2001 19:25:
   
> > Erklaer mir einmal, wieso die Littleton-Attentaeter mit 
> > Pistolen schlechter haetten massakrieren koennen. Eine
 
> Die Littleton-Idioten haben die Schüler und das Personal
> zusammengetrieben. Sie wollten sie dann mit Granaten töten.
> Mit einer Pistole hätten sie den Raum nicht unter Kontrolle
> gehabt. Eine Massenflucht der Geiseln wäre aufgrund der 
> miserablen Zielreichweite von Pistolen nicht verhinderbar
> gewesen.

Woher hast Du das nur mit der "miserablen Zielreichweite"?
Jaeger haben bei der Wildschweinjagd immer eine grosskalibrige
Pistole (automatische 9mm-Pistole, z.B. Beretta oder einen 
Revolver Cal.45) dabei, wenn sie einem verwundeten Wildschwein
nachspueren. Die Pistole dient dazu, schnell reagieren zu 
koennen, wenn das verwundete Tier ausbricht oder angreift,
fuer solche schnellen Reaktionen ist naemlich das schwerere
Gewehr mit dem langen Lauf ungeeignet, dabei ist die Gefahr
des Verreissens viel zu gross. Moderne Jagdgewehre sind 
uebrigens auch halbautomatische Waffen, also nix mit 
Repetieren etc. .

Gerade in Raeumen ist eine Pistole eine gefaehrlichere Waffe 
als ein Gewehr. Ich wuerde eher losrennen und abzuhauen
versuchen, wenn das Gewehr in die andere Richtung zeigt,
als bei einer Pistole. Du kannst ja auf dem Schiessstand
mal Feuern aus der Drehung mit Pistole und Gewehr ueben,
dann merkst Du, was ich meine.
 
> > Ausserdem habe ich bei Dir nicht gelesen, dass Du fuer 
> > die ausschliessliche Freigabe von Pistolen bist, dagegen
> > Schnellfeuergewehre, Maschinenpistolen etc. weiter streng
> > beschraenken willst. Damit fiele auch zumindest das 
> > Freiheitsargument flach. Denn wenn ich gefaehrliche Waffen
> > in Besitz und Fuehrung streng beschraenke, warum dann nicht
> > auch Faustfeuerwaffen?

> Ich bin auch für eine Feigabe von Gewehren usf. Nur lässt sich
> ein Gewehr ohnehin nicht bequem und unauffällig mit sich führen.

Ich glaube, Du kennst die verschiedenen Waffentypen nicht 
besonders gut. Eine Uzi ohne den als Kolben dienenden Buegel
ist so kurz, dass sie muehelos unter einen Mantel passt.
Es gibt noch eine Reihe aehnlicher Schnellfeuerwaffen, auf
die das zutrifft, u.a. ein spanischer Mauser-Lizenzbau,
der bis in die 60er Jahre hergestellt wurde und optional
25-Schuss-Magazine hatte.
Und eine AK-47 kann man in einem Rucksack unterbringen,
ein G3 notfalls auch.
Die alte Thompson-Mpi (US-Standardwaffe im 2. Weltkrieg
und Kult-Gangsterwaffe in Chicago in der Prohibitionszeit)
war in Saxophonkaesten leicht zu tarnen.

> In einer durchwaffneten Gesellschaft würde jemand, der 
> mit einem fetten MG und etlichen hundert Schuss herumrennen
> würde, etliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Und in einer
> solchen Gesellschaft ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass
> spontan einige Leute sich zusammentun, um den Schwerbewaffneten
> zu 'begleiten' - eben weil sie durch eigene
> Waffen die Möglichkeit haben, aktiv Zivilcourage auszuüben.

Naja. In der Schweiz laufen staendig Leute mit ihrem 
Sturmgewehr (ich glaub, das sind auch 9mm, ist jedenfalls
klobiger als das G-3) in der Gegend rum. Das ulkigste, was
ich mal gesehen hab, war ein junger Vater mit Kinderwagen,
und im Korb des Kinderwagens lag die Knarre *g*. Da wuerde
niemand "begleiten", wenn einer mit der Flinte rumrennt, und
wenn man Pech hat und es knallt, wuerde jeder in Deckung 
gehen und auf die Polizei warten. Das Leben  ist kein Actionfilm.
 
> > Ich weiss auch nicht, was es helfen soll, wenn alle eine Waffe 
> > haben. Ein Amoklaeufer braucht sich bloss eine/n Unschuldige/n
> > als Schutzschild zu schnappen (und sich schnell auch ihre/seine
> > Knarre greifen) und dann um sich ballern. Die ebenfalls 
> > bewaffneten Mitmenschen haetten dann nur die Wahl, sich 
> > an der Ballerei zu beteiligen und den Bodycount zu erhoehen. 
> Beschissen: ein Unschuldiger ist tot.
> Noch beschissener: zehn Unschuldige sind tot.

Na fein. Ein Amoklaeufer greift sich ne Oma und duckt sich
hinter nen Kinderwagen. Und dann ballern die zivilcouragierten
Helden munter drauflos, bis sich nix mehr ruehrt? Klasse.
Noch witziger wird das, wenn Hinzugekommene sehen: Da schiesst
ein Mob auf Babies und alte Leute, also Knarre raus und die
Uebeltaeter beharkt. .. Endeffekt: 20 Tote, 100 Verletzte,
der Amoklaeufer verdrueckt sich im Getuemmel.

> > Wenn naemlich geballert wird, ist es das Vernuenftigste, 
> > Deckung zu suchen, nicht zurueckzuschiessen. 
> Stark situationsabhängig.

Es ist das, was Soldaten, Polizisten, Sicherheitsfuzzis und
andere Profis erstmal tun: Deckung suchen und einen Ueberblick
ueber die Lage gewinnen.
 
a^2


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