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Avatar von küsschen
  • küsschen

mehr als 1000 Beiträge seit 26.05.2000

Re: Gesicht Zeigen ? Waffen für alle

aquadraht schrieb am 2. Februar 2001 14:21:

> Ich behaupte mal, den Versuch, ein verwundetes Wildschwein
> zu erwuergen, macht man genauso oft, wie man sich an 
> Knollenblaetterpilzen satt isst.

Weiss ich, ich bin mal nachts im Spessart an einer Rotte von ca. 15
Wildschweinen samt Jungen vorbeigewandert, die gerade einen Acker
umpflügten. Das nächste Tier war weniger als 10 m von mir entfernt. Sie
haben sich von mir nicht im mindesten irritieren lassen. Dennoch ging
mir der Arsch auf Grundeis als ich gesehen habe, mit welcher bulligen
Gewalt die Frischlinge miteinander getobt haben. 

> > Im Wald oder im Dickicht, wenn ein Jäger das Tier jagt, wird er
> > ohnehin so gut wie nie die Verlegenheit kommen, viel weiter 
> > als 10 Meter schiessen zu müssen. 

> In einem Gebaeude noch weniger. Da sind selten Strecken ueber 
> 10m, die es geradeaus geht. Andererseits ist es auch kein
> Problem, mit einer Pistole 20 oder 30m weit zu schiessen,
> die Durchschlagskraft des Geschosses nimmt davon nicht 
> wesentlich ab. 

Habe ich nie behauptet.

> > Wenn man das gejagte Tier nur verwundet, so wird es in
> > der Regel nicht unmittelbar zum Gegenangriff übergehen 
> > (hängt bestimmt auch mit der Gattung und der Art der 
> > Verletzung zusammen - ich bin kein Jäger). Ein nicht-exakter
> > treffer ist daher nicht weiter gefährlich für den Jäger.

> Dass Du kein Jaeger bist, merkt man. Ich haette weniger 
> Respekt vor einer ganzen Schule als vor einem einzelnen 
> Wildschwein. Und ein verwundetes Wildschwein, solange es 
> nicht bewegungsunfaehig oder sterbend ist, ist eher 
> gefaehrlicher als ein Tiger. Es haben schon Jaeger Arme
> und Beine eingebuesst oder ueberlebten nur dank Rettungs-
> hubschrauber, weil sie so ein Vieh unterschaetzt haben
> (im Grunde hat das Schwein ja recht *g*, aber es schmeckt
> nunmal so gut ..). 

Das Wildschwein kann aber schlecht zurückschießen. Das war, was ich
meinte. Und für einen zweiten Schuß ist häufig immer noch Zeit beim
Wildschwein. Die sind zwar sauschnell <g> aber immer noch langsamer als
eine Kugel.

> > Wenn Du aber einen Angreifer nur verwundest, kannst Du
> > ihn vollends zum durchdrehen bringen.

> Es ging um die Frage, ob automatische Gewehre fuer einen
> Terroranschlag wie in Littleton geeigneter bzw. unabdingbar
> sind. Ich behaupte, dass sich unbewaffnete Lehrer und Schueler
> mit Pistolen genausogut, wenn nicht besser unter Kontrolle
> halten lassen, wenn man einmal von der staerkeren Einschuech-
> terungswirkung automatischer Waffen bei actionfilmgewohnten
> Opfern absieht. Spaetestens beim ersten Erschossenen wird
> aber auch der Respekt vor der Pistole da sein. Und ich sehe
> nicht, welche Gefahr ein angeschossener Lehrer oder Schueler
> darstellt. Das ist nicht Arnie oder Bruce Willis im Film,
> sondern ein Mensch mit einer Schusswunde. 

Hatte noch nie einen Fernseher. Mit Kino und so Kram kenne ich mich
sehr schlecht aus. Ich weiss, wer Charlie Chaplin ist aber i. d. R.
gehe ich den Produkten der Filmindustrie aus dem Weg.

Unser Missverständnis liegt, glaube ich, darin, dass ich die
Perspektiven anders gesetzt hatte als Du: Ich ging von der Perspektive
eines Bewaffneten Angegriffenen aus, der es mit einem bewaffneten
Angreifer zu tun bekommen hat, nicht von einem Bewaffneten Angreifer.

> > Bei der Jagd ist die Situation in der Regel umgekehrt, weil der
> > Jäger der Angreifer ist.

> Das waren die Attentaeter von Littleton doch auch.

Ja, s. o. Perspektivwechsel.
 
> [ Ballermaenner zum Rumschleppen .. ]
> > Das ist alles richtig. Dennoch sind solche Waffen durch ihr 
> > Gewicht und ihre Größe nicht sonderlich alltagstauglich - 
> > nichts für Handtasche / Aktenmappe / Halfter.

> Nun, die Uzi ist schon ein guter Kompromiss fuer den 
> schleppunlustigen Terroristen.

Du solltest Prospekttexte verfassen <g>
 
> > Was glaubst Du, worauf die Polizisten in Israel so achten, 
> > wenn sie jemanden mit langem Mantel oder großer Tasche sehen?

> Sie achten ueberwiegend auf muslimische Araber. Bisher haben
> sich die Attentaeter noch nie als orthodoxe Juden etc. getarnt,

Stimmt, nur halten sie da auch nicht jeden an, sondern kucken sich die
schon genauer an; und wenn da einer im Sommer bei 40° mit schweren
Klamotten rumrennt, dann fällt das zwischen den ganzen T-Shirt-Trägern
schon auf.

> Das ist nicht wahr. In Afghanistan lernen die Jungen schiessen,
> ehe sie - wenn ueberhaupt - Lesen und Schreiben lernen. Es gibt

Sorry. Du hast Recht. Es gibt da wirklich so gut wie keine Zivilisten,
in diesem verschissenen Gottesstaat.

> > WEIL die Menschen keine Handlungsmöglichkeit haben und den 
> > Schutz ihres Eigentums, ihres Lebens in fremde Hände geben. 
> > Wer sich nicht wehren kann, wehrt sich auch nicht. Wer sich
> > nicht wehrt, hat keine Zivilcourage.

> Zivilcourage heisst nicht mit der dickeren Flinte draufhalten.
> In den meisten Faellen (gerade bei rechter Gewalt) reicht die
> eindeutige Missbilligung durch eine Mehrzahl der anwesenden
> Zuschauer und Zeugen, um Gewalttaeter zu verunsichern und zu
> bremsen. Das ist riskant, weil man da durchaus einen Schlag
> in die Fresse riskiert. Dieses Risiko kann und soll man 
> eingehen, weil anders die Freiheit in unserer Gesellschaft
> nicht aufrechterhalten werden kann.

Du riskierst inzwischen weit mehr, als nur einen Schlag in die Fresse.
Als ich noch aktiver war, war das noch so. Aber in den letzten 5 - 10
Jahren hat sich da verdammt viel geändert.

Inzwischen muss man davon ausgehen, dass Faschos bei geplanten
kriminellen Aktionen Schusswaffen mit sich führen, wenn sie mit einiger
Sicherheit davon ausgehen können, dass sie es 'nur' mit Nicht-Deutschen
oder Linken zu tun bekommen und nicht mit der Polizei; vor 10 Jahren
war es schon schlimm, wenn einer von denen 'ne Gasknarre oder
Schreckschuss dabei hatte. Heute sind scharfe Wummen nicht unüblich.

Faschos sind in aller Regel stinkfeige und treten nur offensiv auf,
wenn SIE die Mehrzahl sind - oder zumindest die größte zusammenhängende
Gruppe in Sichtweite.
Wenn man dann seine Missbilligung offen bekundet, hat das mit
Zivilcourage weniger zu tun als mit blödsinnigem Heldenmut und
Märtyrertum.

> Aber ich gebe in der Tat den Schutz vor bewaffneter Gewalt
> in die Haende anderer, die dafuer ausgeruestet und ausgebildet
> sind. Ich gebe auch (obwohl ich vor dem Studium Autoschlosser
> gelernt habe) die Wartung der Bremsen meines Autos, wenn ich
> eins habe, in fremde Haende.

Langsam kommen wir zusammen; dieses Recht will ich niemandem nehmen,
aber ich will es selbst delegieren dürfen. Und ich will mir den
Vertreter meines Vertrauens aussuchen können und nicht auf einen durch
und durch korrupten, wenig leistungsfähigen und völlig überteuerten
Monoplisten wie die deutsche Polizei angewiesen sein.
 
[gekürzt wg. 10000 Zeichen; zweite Hälfte folgt]


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