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  • aquadraht

mehr als 1000 Beiträge seit 17.11.2000

Re: Röcke gegen irgendwas

Peter Niemayer schrieb am 1. Februar 2001 18:22:
> aquadraht schrieb am 1. Februar 2001 18:10:

> > > Wie wäre etwas anders, wenn das Festival "Rock gegen
> > > Nieselregen" heissen würde?
> > Am Nieselregen sterben weniger Menschen.

> Dann sollten aber noch schleunigst "Rock gegen Raucher", "Rock
> gegen Raser", "Rock gegen Raubmörder" usw. organisiert werden - 
> alles hässliche Sachen, durch die sogar noch mehr Menschen 
> sterben...

Es gibt durchaus Initiativen, die sich mit den Folgen des
Rauchens, unangepassten Verhaltens am Steuer, Gewaltverbrechen
etc. beschaeftigen. Das ist auch in Ordnung, und ich sehe 
niemanden, der dagegen polemisiert.

Dass rechte Gewalt und Einschuechterung durch rechte
Schlaeger im Verlaufe der Aera Kohl ein relevantes
gesellschaftliches Problem wurde, ist leider eine Tatsache.
Wenn sich jetzt daran ein paar mehr Leute stoeren als die
ueblichen Verdaechtigen, kann ich nicht schlecht finden.
Und ich habe mich schon gegen Neonazis und ihre Umtriebe
gewandt, als das noch nicht von RTL oder BMW gesponsort
wurde.

Wenn es jemanden so stoert, dass Naziaktivitaeten nicht
mehr totgeschwiegen, schoengeredet oder verharmlost werden,
sollte er mal seine Motive darlegen. Warum soll Herr 
Lindenberg nicht zu so einem Konzert aufrufen und fuer
seine Vorstellungen eines toleranten und weltoffenen
Landes werben?

> >          Es ist aber besser, diese Typen (auch BMW, RTL oder
> >          Udo L.) sprechen sich gegen Neofaschismus aus, als 
> >          dass er mehr oder weniger offen gefoerdert wird wie 
> >          in der Aera Kohl.
 
> ... und wieder einer, der jeden, der nicht linksaussen ist, einen
> Neo(nazi/faschisten) nennt. War nie originell, wird nicht
> origineller.

Die Leute, die Pogrome gegen Auslaender veranstaltet haben
wie in Lichtenhagen, Mordbrennerei wie in Moelln und Solingen
oder den taeglichen Glatzenterror, sind gewiss nicht linksaussen.
Neofaschisten bzw. Neonazis sind sie schon. 

Und in der Aera Kohl hat man diese Einstellungen nicht nur
nicht aktiv bekaempft, sondern angestachelt und gefoerdert.
Nicht nur, dass Kohl bekannter und begeisterter Leser der
Neonazipostille "Mut" war, dass der rechte Rand der CDU und
CSU mit dem "wohlanstaendigen" Rand des Neonazismus verschwimmt,
allgemein wurden Auslaenderhetze und Chauvinismus - gerade zu
Wahlkampfzwecken - immer wieder angestachelt, zuletzt bei
der hessischen Landtagswahl.

Natuerlich macht das Kohl und die CDU/CSU nicht zu Nazis, und
das habe ich nicht behauptet. Es erklaert aber, warum der
offene und gewalttaetige Neonazismus so stark werden konnte,
wie er heute ist.

a^2
 


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