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190 Beiträge seit 23.11.2003

Stoppt die Willkür!

Ausreiseverweigerung am 03.06.2005

Mir, Sebastian Eggert geboren am 28.05.1981, wurde die Ausreise nach
Belfast verweigert.
Zunächst einmal möchte ich das komplette Geschehen mehr als nur
ausführlich schildern, was mir einen Tag danach immer noch sehr
schwer fallen wird weil ich eine Art „Ohnmachtsgefühl“ verspüre.

Vorgeschichte:
Ich bin ein großer Fußballfan und besuche fast jedes Spiel des FC
Hansa Rostocks und seit Jahren auch die Spiele der Deutschen
Nationalmannschaft.
Das letzte Auswärtsspiel bestritt der FC Hansa Rostock beim BVB aus
Dortmund, es war ein Spiel bei dem ein großes Polizeiaufgebot Vorort
war.
Während des Spiels verlief alles relativ ruhig und auch nach diesem
ging der Abmarsch der zahlreichen Hansafans zunächst reibungslos
vonstatten.
Ich persönlich war mit einem Kumpel, Benjamin Ondruschka, aus dem
Stadion gegangen und wir philosophierten noch umher wie wir zum
Hauptbahnhof gelangen, ob mit der Bahn oder mit dem Bus. Ungefähr 400
Meter vom Stadion entfernt stand eine mir bekannte Person, Stefan
Janssen, mit der ich mich noch kurz unterhielt und danach auch gleich
weitergehen wollte, dazu bleibt noch zu erwähnen, dass ich aufgrund
eines Meniskusrisses auf Krücken unterwegs gewesen bin.
Nachdem wir weitergehen wollten, bildete sich eine lose Kette von
Polizisten um die dort anwesenden Fußballfans, der Grund war mir bis
dahin nicht bekannt, auch muss ich ehrlich zugeben machte ich mir
keine wirklichen Sorgen darum weil es ja nicht das erste Mal ist das
die Polizei eine solche Maßnahme durchführt. Ich blieb ruhig und
meinte nur zu dem verantwortlichen Polizisten ich würde gerne zum
Hauptbahnhof gelangen da ich mit meinen Krücken eh sehr lange für den
Weg brauche. In diesem so genannten Kessel standen noch etwa 35
andere mir teils bekannte Leute. Dann nach etwa 20 Minuten machte der
verantwortliche Polizist eine Art Ansage indem er allen mitteilte
dass er nicht möchte dass „wir“ in dieser Gruppe zum Hauptbahnhof
gelangen und die Polizei uns „hinbringen“ möchte. Jetzt müsste man
noch dazu sagen dass sich in dieser Gruppe auch wohl Leute befanden
die der Polizei durch gewalttätige Auseinandersetzungen bei
Fußballspielen bekannt waren, ich und einige andere gehörten nicht
dazu.
Der Einsatzleiter ließ nun tatsächlich einen Gefängnisbus der Polizei
Dortmund vorfahren und meinte das wir keine Angst haben sollten
dieser sollte nur als Transportmittel benutzt werden, bevor wir in
den Bus in dem es KEINE Sitze sondern nur Zellen gab einsteigen
durften, mussten wir auch unsere Personalien abgeben. Immer wieder
meinte der Einsatzleiter es ist nur aus reiner Vorsicht, also wird
mit den Daten auch nichts passieren. Ich muss nochmals darauf
hinweisen das KEINE Straftat von mir oder einer anderen Person
begangen worden ist.
Nachdem alle in den Bus saßen wurden wir zum Hauptbahnhof gefahren,
bekamen unsere Sachen wieder und durften in den Zug nach Rostock
einsteigen. Nicht mehr und nicht weniger ist an dem Tag passiert,
jedenfalls habe ich von keiner anderen Sache etwas mitbekommen!

Am 03.06.2005 machte ich mich mit einigen Freunden auf den Weg nach
Berlin Schönefeld um dort unseren gebuchten Flug nach Belfast ( über
Newcastle) wahrzunehmen. Alles verlief bis dahin reibungslos. Wir
holten die hinterlegten Tickets ab, ich bekam noch eine
Sonderboardcard aufgrund meiner Krücken und wir machten den Check-In
perfekt. Jetzt gingen wir direkt zu dem Terminal vor dem eine große
(6) Anzahl von zivilen Polizisten die durch Leibchen gekennzeichnet
waren standen, bevor wir zur nochmaligen Passkontrolle kamen,
checkten diese unsere Pässe und wir durften weitergehen. An der
Passkontrolle wurde mein Reisepass nochmals durchgezogen und ich
bekam diesen wieder und wurde von den zivilen Beamten aufgefordert
mit ihnen mitzukommen, was ich auch Tat. Ich dachte es handle sich um
eine Routine oder Stichprobendurchsuchung. Der eine Beamte zu dem ich
noch „großkotzig“ meinte ich habe ich nichts zu verbergen, nahm mein
Pass und tippte meine Personaliennummer in einen Computer ein, dann
meinte er „Na Herr Eggert, so ganz stimmt das ja wohl nicht!“, ich
erschrak und fragte ihn was denn wäre.
Er sagte dass ich am 31.05.2005 in die so genannte Datei der
Gewalttäter Sport aufgenommen worden bin, ich dachte er macht Spaß
aber irgendwie fing er nicht an zu lachen. Er meinte weiterhin das in
dieser steht, das ich beim Dortmund-Spiel meine Personalien
aufgenommen worden sind, und ich zu einer Gruppe dazugehören sollte
die eine gewalttätige Auseinandersetzung mit anderen Fans gesucht
habe. Weiterhin sei ich als sehr gewalttätig bekannt. Dazu muss ich
noch sagen das ich in meinem Leben NIE eine Anzeige bekam die mit
einer gewalttätigen Auseinandersetzung zu tun hatte wie z.B.
Körperverletzung, schwere Körperverletzung etc.. Ich meinte zu ihm zu
diesem Eintrag kann es nur fälschlicherweise gekommen sein. Während
ich kontrolliert wurde, wurden stichprobenartig auch ein zwei andere
Personen kontrolliert dabei war eine Person, die im Zusammenhang mit
Fußball mehrere Anzeigen wegen Körperverletzung bekam, diese durfte
aber gleich nach 5 Minuten gehen, nun verstand ich die Welt nicht
mehr, sollte ich eine unbekannte Quote erfüllen durch welche sich die
Beamten auf die Schulter klopfen dürfen?!
Ich bot den Beamten an die Fußballszenekundigenbeamten aus Rostock
anzurufen, die ich aufgrund meiner langwierigen Verbundenheit zum FC
Hansa Rostock kenne. Ich besorgte Telefonnummern und die Beamten
telefonierten tatsächlich mit 2 Beamten aus Rostock dabei stellte
sich heraus, dass einer von ihnen (Dörte Kamrau)sogar in Belfast sei.
Der andere Beamte (Karsten Stüber) war privat zu Hause. Und jetzt
kommt es, beide zuvor erwähnten SKB´s meinten das mich die Beamten
vom Flughafen fliegen lassen sollten, da von mir keine Gefahr
ausginge und ich zwar ihnen bekannt bin, aber auch nur aufgrund
meiner Treue zum Fußballclub Hansa Rostock und aufgrund meines
Engagement in einer großen Supporterverbindung .
Nun dachte ich mir, es kann sich nur noch um Minuten handeln, dass
ich los darf, da mein Flieger in 4 Minuten fliegen würde. Dann kam
der eine Beamte dem ich zusprechen muss das er der einzige war der
mir freundlich gegenübertrat aus dem kleinen Raum heraus und meinte:
„Herr Eggert es tut mir sehr leid, aber der Dienstgruppenleiter
möchte nicht das sie nach Belfast fliegen“. Ich war extrem schockiert
und dachte sofort an die Zeiten in der ehemaligen DDR , bei dem Leute
auch iniIhrer Reisefreiheit beschränkt würden.
Ich fing an zu diskutieren und versuchte ein klärendes Gespräch mit
dem Dienstgruppenleiter zu suchen, der dies auch zuließ, jedoch
merkte ich nach 3 Sätzen es hat keinen Sinn, dann meinte ein Beamter
zu mir, „Du brauchst gar nicht zu diskutieren, dein Flugzeug ist eh
gerade los geflogen und außerdem weißt du ganz genau warum du hier
sitzt“.
Ich der eigentlich über eine extrem ruhige und besonnene Natur
verfügt, wurde mehr als nur sauer und konnte es einfach nicht
verstehen, die nun 8!!!! Anwesenden Beamten machten sich mehr oder
weniger lustig über mich und einer von Ihnen meinte“ Pass mal auf du
Spinner, du weißt warum du hier bist, du musst einfach vorher
überlegen wenn du eine Straftat begehst“. Ich antwortete zum
wiederholten Male das ich doch gar keine Straftat begangen habe und
es wie in einem schlechten Film hier „abgeht“.
Jetzt ging es weiter, ein Beamte fragte mich ob ich meinen Ausweis
auch mit habe, da sie ja mit meinen Pass arbeiteten. Ich übergab
meinen Ausweis und sollte etwas unterschreiben. Siehe Anhang 1.
Dann meinte der Einsatzleiter das mein Pass und mein Ausweis
eingezogen werden und ich diese beiden Dokumente wortwörtlich:
„demnächst wohlmöglich per Post wiederbekomme!“. Ich der immer
ruhiger wurde wollte nur noch raus aus diesem Alptraum, aber zum
Höhepunkt meinte der eine Beamte der mich schon zuvor auf das übelste
beleidigte zu mir: „ Sie müsste man eigentlich hier behalten und wir
können noch ganz andere Dinge aufziehen mit dir, das Gesetz der
„Gefahrenabwehr“ kann man schön auslegen ….etc“ Er redete sich so in
Rage , dass ihn seine Kollegen zurückhalten mussten damit er mich
nicht angriff, was er definitiv gemacht hätte.
Nachdem ich nach knapp 2 Stunden ohne Pass, Ausweis und gebrochenem
Herzen gehen durfte wurde ich von 2 Polizeibeamten durch das GANZE
Flughafengebäude begleitet und somit noch extra gedemütigt weil auf
mich Hunderte wenn nicht sogar tausende Augen starrten und sich wohl
dachten, was ich für ein Verbrecher sei. Als ich bis vor die Tür mit
meinen Krücken gebracht wurde, rief ich gleich einen
Szenekundigenbeamten an, Karsten Stüber meinte zu mir, dass es ihm
leid tut und die Beamten des BGS mir theoretisch gar nicht die
Ausreise verweigern hätten dürfen. Und ich dies zur Anzeige bringen
solle, außerdem weiß er auch nicht wie es zu diesem Eintrag in die
oben erwähnte Datei gekommen ist. Am Montag werde ich dies auch zur
Anzeige bringen, weiterhin nehme ich mir einen Anwalt der mich sofort
von dieser Liste der Gewalttäter Sport streichen soll, und den Staat
wegen Beraubung meiner Freiheitsrechte verklagen soll. Was im
Endeffekt dabei rauskommt sei einmal dahin gestellt. Ich fühle mich
hilflos und kann alles Geschehene noch nicht verstehen und werde dies
auch wohl nie können.

Quelle ( Von www.werkself.de kopierters Posting)

Aber auch in der Schweiz drehen die Polizisten am Rad (im Hinblick
auf die Euro2008): http://www.augenauf.ch/bs/archiv/fcb/0512.htm
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