Menü
Avatar von Naturjagd
  • Naturjagd

4 Beiträge seit 05.05.2014

KEIN Jäger braucht Wildkameras, das sage ich als Jäger!

Hallo zusammen,

es gibt 2 Fraktionen unter den Jägern. Die Einen mästen Wild, setzen
hier fremdes Wild (z.B. Muffelwild) aus, um möglichst große und
starke Trophäen heranzuzüchten.
Dieser Teil der Jägerschaft nutzt dann Kameras, die vor Futtertrögen
und großen, die Landschaft verunstaltenden Jagdkanzeln aufgestellt
werden, um den Zuchterfolg ihrer Fütterungen zu erkennen.

Als Beispiel seien z.B. Rehe zu nennen: Rehe haben keinerlei
Probleme, auch die härtesten Winter ohne Fütterung zu überstehen,
aber wenn man Rehe in der Zeit zwischen Januar und März mit protein-
und eiweißreichem Kraftfutter mästet, bekommen sie ein großes Geweih,
welches gewisse Jäger dann gerne erbeuten und auf öffentlichen
Knochenschauen präsentieren ("wer hat den dicksten Bock erlegt").

In den Jagdrevieren (Jagdpuff trifft es besser) dieser Jäger findet
man dann nicht nur z.B. eine einzelne Kamera, sondern gleich ein
ganzes Arsenal.
Es geht NICHT (!!) darum, z.B. Beobachtungen zu machen, die für die
Jagd relevant sind, sondern primär um die Bebachtung der
Rehbockzucht.

> http://www.oejv-hessen.de/aktuell-wildkameras.html

"Im zweiten Fall urinierte ein Taunusjäger auf die Kirrung des
verfeindeten Reviernachbarn und wurde dabei von dessen Wildkamera
abgelichtet. Die Fotos wurden dann an Jägerstammtischen rumgereicht,
um zu belegen, was das "für ein Sauhund" sei. Zwei klare Verstöße,
die aber für den praktischen Einsatz von sensorgesteuerten Kameras
untypisch sind. Sie zeigen gewöhnlich ja nur dem Jäger, wie die
Schwarzwildrotten strukturiert sind, die seine Maisspenden annehmen.
Allerdings meist so spät in der Nacht, dass er dann bereits wieder im
häuslichen Schlafzimmer schnarcht. Er will halt sehen, wie stark der
Keiler war, den er mal wieder verpasst hat."

Um es klarzustellen:

Die JAGD ist NOTWENDIG!

Allerdings eine Jagd, die ökologischen Notwendigkeiten folgt.

Was notwendig ist, ist eine Reduzierung von Schalenwild (Rehwild,
Schwarzwild, Rotwild etc.).
Diese Tierarten haben sich, gerade durch die Jäger, die diese Tiere
mästen um viele "starke Böcke" erlegen zu können, extrem vermehrt.

In meinem ÖKOLOGISCHEN Jagdrevier wird die Notwendige Reduktion des
Schalenwildes durch Sammelansitze mit vielen Jägern zu Zeiten des
Aktivitätsmaximus der jeweiligen Tierart und Bewegungsjagden
durchgeführt.

Hierzu wird der Wald an wenigen Tagen im Jahr für die Öffentlichkeit
gesperrt, und mit vielen Jägern die ökologisch notwendige Reduktion
der jeweiligen Tierart durchgeführt.

Diese Reduktion ist notwendig, da z.B. durch Rehe massive Schäden am
Wald entstehen. Rehe haben eine Vorliebe für z.B. Tannen, mit der
Folge, dass es in vielen Wäldern auf Grund von Jägern
herangezüchtenen Rehmassen nicht mehr gelingt, diese Baumart zu
verjüngen (d.h. für Baumnachwuchs zu sorgen).
Oftmals wird dann Fichte gepflanzt - mit fatalen Folgen, da Fichten
zwar extrem kalte Winter mit -40 Grad Celsius perfekt überstehen,
allerdings ein trockenes Frühjahr reicht, um sie zu Käferopfern
werden zu lassen. Der nächste Sturm legt dann den Fichtenwald um.

Den typischen "Waidmann", der sabbernd in seinem Lodenmantel
Spaziergänger, Jogger oder Geocacher anpöbelt, werdet ihr bei uns
nicht finden.
Im Gegenteil: Wir freuen uns, wenn ihr den Wald auch nutzt!

Die Staatsforsten sind auch Eigentum der Bürger.
Neben Schutzfunktionen (z.B. in den Bergen vor Lawinen) ist das
Naturerlebnis eine zentrale Bedeutung von Wäldern für die
Öffentlichkeit.
Die Jagd hat lediglich eine dem Wald dienende Funktion zu haben.

Nur an die Geocacher (sind wahrscheinlich viele hier im Forum): Bitte
KEINE NÄGEL in die Bäume, das gibt später im Sägewerk Probleme ;-)

Ansonsten könnt ihr in ökologischen Jagdrevieren ohne
Kameraüberwachung durch den Wald laufen. Von den Jägern seht ihr
wenig, wir haben nur Drückjagdböcke, und diese fast alle im Bestand.

Zudem wird euch auffallen: In Jagdrevieren, die nach modernen
Richtlinien bejagd werden, werdet ihr viel mehr Wildtiere sehen
(obwohl insgesamt die Anzahl auf ein für den Wald erträgliches Maß
reduziert wurde)!

Rehe sind gar nicht so scheu wie man glaubt. Die Tiere haben nur
Angst vor den Jägern, die das ganze Jahr über in Wald und Flur
herumballern.
Reduziert man die Jagd auf wenige Jagdtage im Winter, und lässt in
der restlichen Zeit die Jagd ruhen, erreicht man einen
"Nationalparkeffekt":
Die Wildtiere sind sehr vertraut.

Und selbst wenn ihr mal ein Reh weghüpfen seht: Keine Sorge, dass ihr
es zu Tode erschreckt habt, und es jetzt Kilometer weit rennen muss.
In der Regel war das eine Orientierungsflucht, diese geht im Schnitt
nur 15m weit, dann stellt es sich hinter einen Baum und wartet erst
einmal ab, was noch so kommt ;-)

Hier finden sich Informationen zur Fütterung (an der die meisten
Kameras stehen) von Wildtieren:

> http://www.oejv-bayern.de/app/download/7111236295/fuetterung_von_schalenwild.pdf?t=1355495396

Sowie Informationen über Rehe (und warum die Bejagung ökologisch
notwendig ist):

> http://www.oejv-bayern.de/app/download/7195060795/Behauptungen+zum+Rehwild.pdf?t=1358061667

Bewerten
- +
Anzeige