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  • Patrick Stewart

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Re: amyotrophe Lateralsklerose

dirk_9 schrieb am 08.01.2017 12:12:

Mein Kind kann mit zwei schwerwiegenden Defekten auf die Welt - aber durch Diagnostik und Chirurgie merkt man davon heute nichts mehr. Man sieht nur noch die OP-Narben als äußere Zeichen. Aber sonst ist mein Kind ganz normal. Ohne die moderne Medizin wäre es schwerbehindert.

Ich bin auch ein großer Fan der Frühdiagnostik, wir haben z.B. auch eine Amniozentese durchführen lassen.
Von daher habe ich sowohl Bauchschmerzen bei Aussagen wie "Behinderungen sind toll" (das sind IMMER Einschränkungen für die Betroffenen, definitionsgemäß) aber auch bei "Behinderte gehören weggesperrt oder sind wertlos".

Wir persönlich denken, dass man also alle diagnostischen Mittel nutzen sollte, auch um Leid zu ersparen, wünschen uns aber einen fairen Umgang mit behinderten Menschen an sich, denn diese haben sich ihr Schicksal wohl i.A. nicht ausgesucht, respektive kann das jedem von uns passieren (Schlaganfall, Unfall, Herzinfarkt, etc...).

Ich sehe das also im Großen und Ganzen genau wie Du.

Unser Sohn wird auch mit maximalem Respekt vor behinderten Menschen erzogen. Ob er das dann später unsere Überzeugungen teilt oder nicht bleibt ihm natürlich unbenommen.

tl;dr Variante: Diagnostik ist super, Leid und Behinderungen ersparen sowieso aber wenn es passiert ist, wünsche ich mir einen fairen und guten Umgang mit solchen Menschen. Auch weil viele Behinderungen im Laufe des Lebens erworben werden.
Da sehe ich auch keinen Widerspruch, sondern finde, dass sich beides sehr gut ergänzt.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (08.01.2017 15:42).

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