Menü
aus ein
Ansicht umschalten Baum an
Avatar von Anatol Wiecki
  • Anatol Wiecki

16 Beiträge seit 20.01.2006

Wikipedia FÖRDERT RUFMORD - Urteil längst fällig!

Richtig ist, dass den Verantwortlichen der Wikipedia Deutschland
endlich ihre rechtliche Verantwortung für die Inhalte deutlich
gemacht wird. Es muss ein Ende haben, dass die Wikipedia
Rufmordkampagnen von anonymen Verfassern auf ihrem Server seelenruhig
zuschaut. Falsch ist, dass man im nun konkreten Fall, die Verbreitung
des Nachnamens eines ohnehin längst bekannten Namens verbieten
möchte.

Die deutsche Ausgabe der Wikipedia wird faktisch durch sogenannte
Administratoren, die wohl mehrheitlich dem Verein Wikimedia
Deutschland e.V. angehören, betrieben. Um jedoch die Gerichtsbarkeit
der Bundesrepublik Deutschland auszuhebeln, benennt man im Impressum
als Verantwortlichen Jimmy Wales, der in Florida residiert. Dies wird
wohl auch der Grund sein, warum sämtliche Inhalte unter einer
Subdomain (http://de.wikipedia.org) der auf Jimmy Wales registrierten
Internetadresse wikipedia.org laufen. Eines Tages werden sich die
Wikimedia Foundation und Jimmy Wales noch damit ins Knie schießen, da
bekanntlich US-Gerichte häufig bei begründeter Klage Schadensersatz-
und Schmerzensgeldansprüche in Millionenhöhe gewähren.

Der Verein Wikipedia Deutschland e.V. hat bisher stets jede
rechtliche Verantwortung für die in der deutschen Ausgabe der
Wikipedia verbreiteten Artikel zurückgewiesen. Und dies, obwohl der
gleiche Verein noch vor einigen Monaten in 2005 den Grimme-Preis, der
für die deutsche Ausgabe der Wikipedia verliehen wurde, voller stolz
angenommen hat und sich heute noch mit diesem rühmt.

Kann man denn einen Preis für etwas annehmen, von dem man sich, immer
wenn sich rechtlicher Ärger anbahnt, distanziert? Denn sobald sich
Rechtsanwälte bei dem im Berliner Vereinsregister eingetragenen
Wikimedia Deutschland e.V. melden, verweist dieser auf die im
Impressum genannte Wikimedia Foundation in Florida.

Tatsächlich sitzen die Redakteure der deutschen Ausgabe der Wikipedia
in Deutschland! Die rund 800.000 Artikel, die die deutsche Ausgabe
der Wikipedia mittlerweile umfasst, dürften mehrheitlich von Autoren
geschrieben worden sein, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben, die
für den Zugang zu Wikipedia sich über in Deutschland befindliche
Internetprovider einwählen. Da mag sich der Wikimedia Deutschland
e.V. noch so sträuben: Es findet deutsches Presserecht Anwendung! Der
Gerichtsstand ist schon deshalb die Bundesrepublik, weil die
Administratoren der deutschen Ausgabe der Wikipedia, nichts anderes
als Redakteure im Sinne des deutschen Presserechts sind.

Redakteure der Online-Ausgabe einer normalen Tageszeitung (z.B.
BILD.de)

dürfen Artikel schreiben,
dürfen Artikel editieren,
dürfen Artikel löschen.

Administratoren der deutschen Ausgabe von Wikipedia
dürfen Artikel schreiben,
dürfen Artikel editieren,
dürfen Artikel löschen.

Ein Unterschied ist nicht erkennbar!

Wenn sich morgen der Chefredakteur der BILD-Zeitung Schlachter nennen
würde oder meinetwegen Administrator, bleibt er trotzdem im Sinne des
deutschen Presserechts verantwortlich. Denn es kommt nicht darauf an,
was man wie nennt, sondern was jemand macht.

Während die Autoren der einzelnen Artikel glauben, sich in einer
anonymen Sicherheit wähnen zu können, was die Lokalisierung -
Voraussetzung für die Bestimmung des Gerichtsstands - erschwert, sind
die meisten Administratoren der deutschen Ausgabe der Wikipedia doch
wohl bekannt. So kann man von einigen Benutzerseiten dieser
Administratoren auf deren Real-Identitäten schließen, beispielsweise
ist der Administrator "Berlin-Jurist" ein in Berlin-Lankwitz
niedergelassener Rechtsanwalt, der sicherlich vom Computer seiner
Rechtsanwaltskanzlei seinen Aufgaben als Administrator nachgehen
wird, oder der Administrator "Magadan" ist ein Herr Michael K., der
in Berlin-Prenzlauer Berg am Helmholtzplatz wohnt, von wo er
sicherlich auch seine redaktionellen Aufgaben als Administrator bei
der deutschen Ausgabe der Wikipedia wahrnimmt. Da kann der Wikimedia
Deutschland e.V. so oft wie er möchte bestreiten, dass es überhaupt
eine Redaktion gäbe, denn tatsächlich wird die Wikipedia gleich von
hunderten Redaktionssitzen betrieben, nämlich immer überall dort, von
wo ein Administrator seiner Aufgabe nachgeht, beispielsweise in
Berlin am Helmholtzplatz und in Lankwitz.

Den Antragstellern war anscheinend diese Argumentation nicht
geläufig, so dass sie sich lediglich gegen die bloße Weiterleitung
der Internetadresse www.wikipedia.de zu den aus ihrer Sicht
rechtswidrigen Inhalten wehrten. Die Domain ist auf den Verein
Wikimedia Deutschland e.V., der seinen Sitz in Berlin-Kreuzberg hat,
bei der DENIC registriert. Wenn man die Domain aufruft, wird man
direkt ohne jeglichen Distanzierungshinweis zu der URL
http://de.wikipedia.org weitergeleitet. Auf diesem Server befindet
sich schließlich der streitgegenständliche Artikel, der ursprünglich
wohl in Deutschland verfasst worden ist.

Die zuständige Pressekammer ist eigentlich die 27. Kammer des
Landgerichts Berlin. Das in dem aktuellen Fall das Amtsgericht
Berlin-Charlottenburg, das aufgrund der Konzentrationsverordnung der
Justizsenatorin zu diesem Thema für alle Berliner Amtsgerichtsbezirke
zuständig ist, eine Entscheidung getroffen hat, wird daran liegen,
dass die Antragsteller den Streitwert seltsamerweise unter 5.000 Euro
angesetzt haben, was eigentlich in Pressesachen unüblich ist, so dass
angesichts des Umstands, dass der Name ohnehin allgemein bekannt ist,
sich vielleicht ein mit Wikipedia verabredeter PR-Gag dahinter
verbirgt und die Gerichtskosten durch die Angabe eines niedrigen
Streitwerts klein gehalten werden sollen. Ob es so ist, wissen nur
die Kläger. Wenn dem so wäre, wäre es zumindest eine gelungene
Guerilla-Marketing-Aktion: Denn die Gerichtskosten werden sich
vielleicht auf 500 Euro belaufen, die publicity für Wikipedia ist
unbezahlbar.

Ungeachtet dessen, würde es dem Ruf der deutschen Ausgabe der
Wikipedia nicht schaden, wenn die Verantwortlichen, sich nicht der
Verantwortung entziehen, indem sie zum einen auf die
irreführenderweise im Impressum genannte Wikimedia Foundation in
Florida verweisen, zum anderen jede Verantwortung mit der Begründung
ablehnen, sie seien nicht für Beiträge anonymer Autoren
verantwortlich, dies gilt insbesondere dann, wenn anonyme Autoren
trotz positiver Kenntnis des Vereinsvorstands der Wikimedia
Deutschland e.V. über Monate hinweg eine Rufmordkampagne führen
konnten, beispielsweise gegen meine Person. So wurde bereits im
November 2005 der Vorstand des Wikimedia Deutschland e.V. darauf
aufmerksam gemacht, dass von einem bestimmten IP-Block aus dem Netz
von Hansenet (Alice) zahlreiche verleumderische Einträge, vermutlich
durch einen ehemaligen Vertragspartner unserer Firma, zu meiner
Person unter verschiedenen Pseudonyms erfolgten. Trotzdem hat der
Vorstand der Wikimedia Deutschland e.V. offensichtlich keine
Veranlassung gesehen darauf einzuwirken, dass die Beiträge vom Server
unter http://de.wikipedia.org gelöscht werden. Erst als ich die
Staatsanwaltschaft einschaltete und Herrn Jansson, den 1.
Vorsitzenden des Wikimedia Deutschland e.V., ein Strafverfahren
androhte, wurden die Daten im Januar 2006 (ALSO ERST NACH DREI
MONATEN!) gelöscht.

Wer den Grimme-Preis verliehen bekommen hat, sollte wenigstens einen
Funken Verantwortung zeigen und nicht wie Wikipedia drei Monate lang
trotz positiver Kenntnis wissentlich zulassen, dass über einen
anderen Menschen wahrheitswidrige und geschäftsschädigende
Verleumdungen behauptet werden können.

Ich kann nur jeden empfehlen, der bei Wikipedia von anonymen Autoren
verleumdet wird, nach folgendem Schema vorzugehen:

1. Einstweilige Verfügung bezüglich der Weiterleitung der Domain
wikipedia.de
2. Einstweilige Verfügung bezüglich der Inhalte gegen die
Administratoren in Deutschland
3. Einstweilige Verfügung vor einem Gericht in Florida gegen Jimmy
Wales
4. Wenn alle Punkte nicht fruchten und die Inhalte über wikipedia.org
weiter verbreitet werden, dann eben einstweilige Verfügungen gegen
sämtliche Internetprovider in der Bundesrepublik Deutschland, womit
ihnen eine URL-Sperre hinsichtlich der Domain http://wikipedia.org
auferlegt wird.

Ich habe das Gefühl, die Jungs von Wikipedia sind - seit dem sie den
Grimme-Preis gewonnen haben - Größenwahnsinnig geworden und glauben,
sie können sich alles herausnehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Anatol Wiecki
http://media.wiecki.de
Bewerten
- +
Anzeige