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  • fr.osch

mehr als 1000 Beiträge seit 25.01.2000

Auauau, die Neoliberalen von der CSU...

... faseln in ihren Sonntagsreden was von Verantwortung, die sie natürlich nur von einem Unternehmen fordern, das gaaanz weit weg ist und sowieso schon in der Kritik wegen der Steuern und der Produktion in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Das ist sooo billig, meine Güte, es tut schon weh. Geradezu dummdreist.

Ein CSU-Hinterbänkler, streng konservativ, aber irgendwie hat er es zum Entwicklungsminister geschafft, keine Ahnung, was man dafür braucht, vorher war da der Niebel, ebenso eine fundamentale Fehlbesetzung, jetzt höre ich zum ersten Mal von ihm, und gleich kommt der denkbar größte Unsinn dieses werten Herrn, war eigentlich nicht anders zu erwarten, Kompetenz ist kontraindiziert bei Regierungsbeteiligung.

Als ob ein Unternehmen sich einer wie auch immer gearteten "Verantwortung" freiwillig stellen würde... es geht um Profite, und Shareholder, um Gewinnmaximierung, Kapitalismus, das sollten diese neoliberalen Vollpfosten doch genau wissen. Freiwillige Selbstverpflichtungen haben noch nie funktioniert, aber das kapieren diese Industrielobbyisten nie, oder anders, sie ignorieren es und tun in ihren platten Reden so, als wäre damit irgendwas zu erreichen (außer ihrer eigenen Popularität). Die Wähler werden wie immer belogen. Na gut, das war ja klar, bräuchte man nicht mehr erwähnen.

Dann aber wird nur ein Unternehmen in die Pflicht genommen, das weit weit weg ist... und dennoch populär. Dabei wird der Kram ja auch noch bei uns verkauft... die Händler aber erwähnt er nicht, sie könnten ja auch einfach nur faire Produkte handeln. Aber nein, dann wäre ja wirklich was bewegt, und viele (fast alle) Produkte wären plötzlich weg, das will doch keiner, das ist Symbolpolitik hier. Wir sagen was, das am denkbar wenigsten verändert, und das trotzdem toll klingt. Das ist auch eine Kunst.

Aber kommt er auf die Idee, diejenigen zur Verantwortung aufzurufen, die Waffen in Krisenregionen verkaufen? Sogar mit Segnung der Bundesregierung? Oder jene Unternehmen, die illegal unseren Elektroschrott exportieren, deklariert als wertvolle Gebrauchtwaren und Rohstoffe? Atomkonzerne, die sich ihrer Verantwortung für die Entsorgung durch geschickte Konzernstruktur entziehen wollen? Autohersteller, die bei Abgaswerten betrügen? Oder die katholische Kirche, die Kinderficker schützt? Bayern, das unbedingt die Energiewende verhindern will?

Dieser Populismus ist so primitiv, dass man sich wirklich fragt, warum die Medien das einfach so, völlig unkommentiert, abdrucken. Das ist eine einzige Werbeveranstaltung für die stammtischtaugliche CSU. Unkritische Hofberichterstattung. Nachplappern von Regierungsgesülze. Seibert wäre begeistert. Das hat mit Journalismus nun wirklich nichts mehr zu tun... es ist eine Schande, dass man sowas überhaupt weiterverbreitet. Nicht mal ignorieren sollte man das Gelaber.

fr.osch

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