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  • karlauer

92 Beiträge seit 11.04.2000

Re: Manchmal ist man doch froh, dass es die FDP gibt

<iGEL> schrieb am 18. Januar 2005 4:06

> Moin!
>
> federchen schrieb am 18. Januar 2005 1:19
>
> > Über die Wirtschaftsliberalen kann man sich vielleicht ärgern, aber
> > die Gelben versuchen wenigstens die Freiheitsrechte zu schützen.
>
> Tja, wenns nur so wäre. Die aktuelle Generation der FDP ist doch
> komplett für den Arsch, niemand würde sie vermissen, wenn sie als
> hässlicher Fettfleck in der Landschaft enden. Westerwelle, Kubicki
> und was da noch so aus dem Schatten Möllemanns gekrochen ist stehen
> doch maximal nur noch für ein politisches Ziel: Radikaler Sozialabbau
> schlimmer als die jetzige Regierung.

Mag man zu den Personen stehen wie man will, aber wenn man sich die
Parteienlandschaft so anschaut, hat die FDP doch als einzige Partei
ein Programm, das Deutschland in die Zukunft führen kann. Dass dieses
Programm  für viele eine Bedrohung ist liegt einfach daran, dass die
FDP gerne ein paar "Abstellplätze für ausgediente Parteisoldaten"
entweder abschaffen oder auch dem Leistungsprinzip unterziehen will. 
Zum Thema Sozialabbau müsste doch langsam selbst der letzt hinterm
Mond erkennen können, dass unser jetziger Sozialstaat einfach
unsozial ist, da er versucht vielen  Menschen gönnerhaft ein etwas
größeres Stück Brot gibt, den eigenen Broterwerb aber erheblich
erschwert, wenn nicht gar unmöglich macht und die Bäckereien mit
einer erheblichen Abgabenlast (die Hälfte des Brots) Wachstumschancen
nimmt. Wenn man keine Arbeit hat, hilft einem der beste
Kündigungsschutz nichts. Daher ist der Sozialabbau der FDP auch in
aller erster Linie ein Bürokratieabbau und weniger ein Zurückhalten
von Leistungen. Die FDP will vor allem die Verantwortung des
einzelnen stärken und manifestiert dieses z.B. durch ihre Idee der
negativen Einkommensteuer. D.h. jeder Bürger bekommt unter einer
gewissen Einkommensschwelle Geld vom Staat ganz ohne irgendwelche
Anträge.
Der Staat soll sich überall dort zurückziehen wo er nichts zu suchen
hat. Es ist ein großes Stück Freiheit, wenn man selbst sein Schicksal
in der Hand hat und nicht an gesetzlichen Regelungen scheitern muss.
Einer der größten Fehler der jetzigen Regierung (und evtl. auch der
Regierung davor) ist die sträfliche Vernachlässigung des
Mittelstandes, der nicht nur wirtschaftlich sondern auch
gesellschaftlich ein erheblich Stabilitätfaktor darstellt. Wenn wir
nicht viel mehr auf den Mittelstand und Selbständigkeit achten,
werden wir Probleme bekommen, die wir (noch nicht) haben.
Letztendlich regt es mich persönlich auf, dass in den meisten
Sachfragen die Position der FDP mit 10 Jahren Verspätung dann auch
endlich bei den anderen Parteien angekommen ist und durchgesetzt
wird.


Vielleicht sollte man auch mal ein wenig mehr tun, als die allgemein
publizierte Meinung als seine zu äußern.




> Wie man an der letzten
> Bundestagswahl gesehen hat, versuchen sie noch nicht mal, ihren
> Mangel an Ideen überhaupt zu kaschieren, 18% war für die wichtiger
> als jedes andere Wahlversprechen.

Stimmt, lieder das Blau vom Himmel versprechen, um den Mangel an
Ideen zu kaschieren. Insbesondere, um den Mangel an Information
auszunutzen.

> Echte Persönlichkeiten wie Leutheusser-Schnarrenberger, die für Ihre
> Überzeugung stehen und auch zurücktreten, findet man zugegebenermaßen
> in keiner Partei mehr an der richtigen Stelle,

naja, so schlecht steht es um Frau Leutheusser-Schnarrenberger als
Vorsitzende der bayrischen FDP und MdB

>  aber der Führung der
> Spaßpartei würde ich es tatsächlich zutrauen, dass die vor laufender
> Kamera Hundescheiße von der Straße lecken würden, wenn sie der
> Überzeugung wären, dass ihnen das einen Prozentpunkt mehr bringen
> würde.

Das würde ich ausnahmslos jeder Partei zutrauen.

> > Die Roten und Schwarzen kann man in die Tonne treten, und die 68er
> > Versager bei den Grünen sind wohl auch Rohrkrepierer.
>
> Trotz Regierungsweichwäsche sind die Grünen immer noch die Partei,
> denen ich am ehesten zutrauen würde, dass sie das noch glauben, was
> sie reden.
Die Grünen sind vor allem die Partei, die möchte, dass das Wahlvolk
glaubt was sie reden und tun was sie sagen. Der größte Unterschied
zwischen den Grünen und der FDP ist m.E., dass die Grünen
vorschreiben wollen wie es laufen soll, während die FDP darauf baut,
dass der Bürger selbst erkennt (und vor allem lernt zu erkennen) was
für ihn das Beste ist und danach handelt. Der Staat gibt einen
minimalen Rahmen vor, die Bürger haben ihn für sich auszufüllen.


> Auch wegen ihrer Stellung an forderster Front im Kampf
> gegen die Softwarepatente haben sie bei mir immer noch einige
> Pluspunkte gut.

Das ist sicherlich ein Pluspunkt, ist die FDP aber auch.

> iGEL

Abschließen möchte ich mit dem nicht unbedingt passenden, aber immer
wieder beruhigenden Satz: "Das Geld ist ja nicht weg, es hat nur ein
anderer."

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