Menü
Avatar von WurzelAusX
  • WurzelAusX

10 Beiträge seit 19.06.2018

Mehr Sachlichkeit wagen

und auch mehr Verhältnismäßigkeit.

Sicher sind viele Details, die in den Kommentaren zu lesen sind mathematisch und technisch korrekt. Dennoch ist es notwendig, die Fakten und Probleme nicht so sehr zu vermischen, dass man am Ende des Tages den Überblick verliert. Die juristische Aufarbeitung dieses Falls hat zunächstmal nichts mit der Lösung eines Umweltproblems zu tun: Selbst wenn man einige Autohersteller zu Trillionen an Schadensersatzzahlungen verpflichtet, sind die Dieselfahrzeuge in der Welt und werden (noch) gebraucht, da unsere Gesellschaft nun mal fundamental auf Mobilität aufgebaut ist.

Außerdem muss man anerkennen, dass es auch hier Zielkonflikte gibt, die man nicht auflösen kann. Z. B. macht aus meiner Sicht keinen Sinn, mit Milliarden an Geldmitteln und Millionen Tonnen an Rescourcenverschwendung (Verschrottung alter Diesel) ein verhältnismäßig kleines Umweltproblem ein klein wenig zu lindern. Auch scheint es mir unvernünftig in einer kapitalgetriebenen Wohlstandsgesellschaft an genau dem Wirtschaftsast zu sägen, auf dem man sitzt.

Am Ende wäre es doch klug, eine Lösung zu finden, die vielleicht nicht in einer Richtung optimal ist, sprich, unter extrem unverhältnismäßigem Aufwand nur das NOx-Problem löst, stattdessen aber unkompliziert und "preisgünstig" ist und möglichst wenig andere Problem generiert.

Wie wäre es denn, wenn man bei Grenzwertüberschreitungen einfach abwechselnd nur gerade und ungerade Nummernschilder - egal ob Diesel oder Benziner - die Einfahrt in belastete Städte erlauben würde? Könnten wir das der Umwelt zuliebe auch als Fahrer eines Benziner aushalten, oder sind wir da doch zu sehr bequem und unsolidarisch gerechtigkeitsliebend?

Nachdem die Welt über Jahrzehnte mit Blei im Sprit gefahren ist, was von Anfang an als gesundheitsschädlich betrachtet wurde, ist die Welt aus meiner Sicht leider keine bessere geworden, nachdem es nun kein Blei mehr im Sprit gibt. Und doch war es gut und richtig, Blei abzuschaffen, sich dafür aber Zeit zu lassen und nicht überstürzt zu handeln, als gäbe es keine wichtigeren Probleme auf der Welt zu lösen.

Bewerten
- +
Anzeige