Menü
aus ein
Ansicht umschalten Baum an
Avatar von 64kByte
  • 64kByte

mehr als 1000 Beiträge seit 05.01.2006

Kuturflatrate? Warum eigentlich?

Ich könnte jetzt seitenweise über die Pros und Kontras einer
Kulturflatrate schreiben. (Und über die Absurdität der Aussage der
FDP. Ich meine Hallo? Was ist daran "sozialistisch", wenn die Bürger
gezwungen werden Geld an Privatkonzerne zu bezahlen?...)
Aber stattdessen nur mal eine einfache Frage:

Brauchen wir (bzw. die "Kulturschaffenden" und die
Verwertungsindustrie) die Kulturflatrate überhaupt?

Wenn man die derzeitige Situation sachlich betrachtet, dann sieht es
doch so aus:
Jeder der sich gratis ein bestimmtes Musikstück, einen Film usw.
besorgen will, der kann das problemlos tun und es wird auch zig
millionenfach jeden Monat getan.

Trotzdem verdient die Musik- und Filmindustrie noch Milliardenbeträge
und unzählige bekannte und weniger bekannte Künstler haben ihr
Auskommen.
Klar, man jammert (meist auf hohem Niveau) über zurückgehende
Umsätze, aber wer tut das heutzutage nicht? Schließlich haben die
(allermeisten) Menschen Jahr für Jahr weniger Geld in der Tasche und
das merkt jede Industrie und jedes Dienstleistungsunternehmen.
Zugegeben, einen Teil träg bestimmt auch das freie Kopieren bei, aber
gleichzeitig steigen auch die Umsätze bei legalen Downloadangeboten.
Würden die Musik- und Filmindustrie sich noch mehr bemühen, die
Chancen des Informationszeitalters zu nutzen, statt immer nur über
die Nachteile, die daraus für sie entstehen, zu jammern und Millionen
über Millionen in "Lobbyarbeit" zu stecken, um immer absurdere und
trotzdem nutzlose Gesetze einzukaufen, dann könnten sie noch sehr
viel besser dastehen.

Meiner Meinung nach geben die Menschen auch nach der Legalisierung
der Privatkopie (im weiteren Sinne, also alles was nicht kommerziell
genutzt wird) ohne weitere Kompensation ala Kulturflatrate immer noch
soviel für Musik, Film und Co. aus, wie sie dafür entbehren können.
Dann halt mehr für Kino (dieses Jahr wurden ürigens mal wieder
Rekordergebnisse eingespielt, trotz Wirtschaftskrise), Konzerte,
Merchandising und auch konfortable kommerzielle Downloadangebote.
Aber auch CDs und DVDs (bzw. deren Nachfolger) werden weiterhin ihre
Abnehmer finden, wenn der Preis und die Qualität stimmt. So wie sie
jetzt auch gekauft werden, obwohl (fast) jeder sich auch heute schon
alles mit ein paar Mausklicks gratis herunterladen kann.

Bewerten
- +
Anzeige