Menü
aus ein
Ansicht umschalten Baum an
Avatar von tommot12
  • tommot12

mehr als 1000 Beiträge seit 06.06.2002

Über den Begriff "Sozialismus"

Spannende Zeiten - der Sozialismus ist sowas von tot, toter geht es
nicht. Und dennoch: Eine Mehrheit verbindet zumindest mit dem Begriff
etwas Positives (was vom real existierenden Sozialismus
dankenswerterweise nicht behauptet werden kann). Das ist die eine
Seite. Die andere Seite ist: Obwohl der Sozialismus erledigt ist,
wird er von allen Parteien jenseits der Linken als Prügelknabe
geradezu *benötigt*, da er in der Lage ist, genügend Konnotationen
aufzuwerfen - vom Ersatzkaffee, den man in der DDR allen Vorurteilen
zum Trotz nicht trinken musste, bis zum Gulag.

Liberalismus - das ist Religion. Der Gott der Liberalen, das ist der
Kapitalismus. Und die Basiserzählung der Liberalen, ihr Evangelium
sozusagen: Wenn genug reformiert wurde, winkt das Himmelreich von
Hayeks Gnaden.

Nun gilt aber auch: Zu jeder Religion gehört auch eine Dämonologie.
Der Gegenstand dieser Dämonologie ist die Alternative, die
Gegenbewegung, die Gegenbewegung der Vergangenheit. Die merkwürdige
Regelmäßigkeit, mit der in den Medien auf der Leiche des Sozialismus
herumgetrampelt wird, zeigt, wie nötig er als Drohgespenst eigentlich
noch ist. Ohne Teufel kein 'Gott'.

Fragt sich nur, wann die FDP so weit ist, nicht mehr vom
"Sozialismus", sondern vom "Bolschewismus" zu sprechen - so wie
damals...
Bewerten
- +
Anzeige