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  • Captain Data

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Re: Wir leben halt im 21. Jahrhundert ...

ekelpaket schrieb am 3. Juli 2013 21:37

> Danke für diese Zeilen. Du sprichst mir aus der Seele. Klingt nur ein
> wenig endgültig. Klar ist Krieg, aber noch ist er nicht verloren. Es
> müssten noch mehr Leute den Arsch hochbekommen und was gegen die
> ganze Scheiße unternehmen. 
Dazu braucht es leider erstmal einen Märtyrer. Ist zynisch, wenn ich
das sage, aber bevor die Mehrheit den Mut hat, etwas zu sagen,
braucht es einen Auslöser. Jemanden, der den ersten Schritt macht und
dabei sein Leben verliert (ob nun tatsächlich oder nur
sprichwörtlich, ist egal). Voraussetzung ist jedoch eine gewisse und
bestimmte (nicht diffuse) Unzufriedenheit mit den aktuellen
Zuständen.

Nur sehr, sehr wenige Menschen eignen sich dazu, "Rädelsführer" und
damit Gesicht eines Aufstandes zu werden. So einen kenne ich nicht
und ich wette, niemand kann so jemanden nennen.

Die ZWEITE Möglichkeit, wie etwas wie eine Revolution losgetreten
werden kann, ist ein Erfüllungsmangel eines Grundbedürfnisses. Die
absoluten Grundbedürfnisse eines Menschen sind nebst Obdach und
Nahrung auch gesicherte soziale Verhältnisse. In vielen westlichen
Nationen sind diese noch gegeben und in solchen Ländern, in denen sie
nicht erfüllt werden, wird bereits gekämpft. Auch wenn die Presse
keinen Ton mehr über die Demonstrationen in Griechenland oder Spanien
verliert - ruhig ist's da sicherlich nicht mehr.

> Mit guten Worten allein erreicht man leider gar nichts. Am besten
> fängt jeder in seinem Bekanntenkreis an, aufzuklären und den Menschen
> die Augen zu öffnen. Das ist nicht viel verlangt und ein Anfang. In
> der Hoffnung auf eine bessere Welt...
Richtig, wobei ich gern auf die Märtyrer-Theorie verweise. Bei
genügend Unzufriedenheit, um eine Lawine auszulösen, braucht es nur
einen kleinen Stein.
Eine Lawine kann sich auch ganz ohne diesen Stein lösen, aber dann
braucht es mehr Masse und Instabilität. Das wäre dann die
Bedürfnis-Theorie.

Eine "bessere Welt" kann ich mir zur Zeit nicht vorstellen, denn wenn
wirklich die Hölle losbricht, wird es auf viele, viele Jahre keine
stabilen Regierungen mehr geben. Das sind größere Umwälzungen
notwendig, als die bloße Ablösung eines Systems durch ein anderes.
Warum das so ist, liegt vor allen Dingen in der Tatsache begründet,
dass wir inzwischen in einer so globalisierten Welt leben, dass auch
die Systemänderung nur noch global stattfinden kann ...

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