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  • Twister2009

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Gedanken zu Aufschrei

ich empfand es als wichtig, dass die als "stinknormal" empfundene
Sexualisierung in Bezug auf das Ansprechen usw. mal thematisiert
wurde. Aber meiner Meinung nach wurde einfach alles
durcheinandergeworfen und durcheinandergemengt und als
Aufschrei-Eintopf präsentiert - das reichte von offenem Sexismus a la
"ich wurde nicht eingestellt weil ich eine Frau bin" über sexuell
platter Anmache, missglückter Anmache vön Töffeln a la "hast aber
einen süßen Po, Du", die wahlweise als niedlich, doof oder cool
interpretiert wird; über als sexuell bezogene Anmache interpretierte
Verhaltensweisen a la "Der Sporttrainer hat meiner Tochter gesagt,
bei ihrer Figur soll sie einen Sport-BH tragen" bis hin zu einem
simplen "der hat mir die Tür aufgehalten".

Und da hörte es für mich auf. Denn zwischen "ich empfand etwas als
diskriminierend", "etwas war diskriminierend", "etwas war einfach mal
platt", "etwas war obszön"... liegen für mich schon noch Welten.

Deshalb konnte ich "Aufschrei" auch wenig ernst nehmen. Zumal ein
"Aber Männer werden auch diskriminiert bzw. sexuell genervt usw."
gleich mit "ach was, ihr wieder" abgetan wurde oder mit einem "du
willst nur ablenken".

Ich finde den Einsatz gegen Diskriminierung wichtig, aber wenn schon
ein "Du, bei deiner Figur solltest du einen Sport-BH tragen" als
Sexismus angesehen wird oder wenn jemand einer Frau die Tür aufhält,
wenn andererseits z.B. bei Werbung, bei der Frauen den Männern an den
Hintern fassen, nur gelacht wird, dann denke ich, dass das alles zu
einseitig ist.

Bedenklcih finde ich, dass bis heute keine Analyse stattfand, wie
viele der Aufschrei-Kommentare denn nun von wie viel Kommentatoren
kamen, was einfach auch RElationen erklären würde (Beispiel: 10.000
Kommentare von 5 Leuten sind anders zu bewerten als würden sie von
500 Leuten kommen), wie viele sich auf tatsächliche Diskriminierung
beziehen, wie viele auf empfundenen Sexismus a la "der hat mir
hinterhergeschaut" usw.
Insofern hat für mich die Kampagne bisher wenig Aussagekraft.

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