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Re: Gedanken zu Aufschrei

Bernd Paysan schrieb am 22. Juni 2013 20:41

> Ich glaube, dass in Deutschland eine Begriffsverwirrung herrscht, und
> der Begriff "Sexismus" zwei Bedeutungen hat: Die einen reden über
> Gleichberechtigung (kleine Minderheit), die anderen über Sexualität.
> Letzteres ist zwar eigentlich Quatsch, aber die Leute sind halt so
> doof. Wenn die drei Buchstaben "Sex" in ihr Hirn eingedrungen sind,
> denken sie nur noch an Das Eine(tm), und dann ist völlig egal, was
> für Buchstaben noch kommen.

Das ist für mich auch das Traurige daran - ich weiß, ich ecke jetzt
an (Vorwärtverteidigung), aber das erinnert mich einfach an das Thema
Kinderpornographie. Der Begriff wird solange verwässert bis er
einerseits sofort zu einem Aufschrei führt, zum anderen aber auch zum
Gähnen.
Es gab ja mal z.b. eine Kinderschützerin, die meinte, 
"Das Betrachten kinderpornografischen Bildmaterials kann für Mädchen
und Jungen gleichermaßen belastend sein, wie ein am eigenen Leib
erlebter sexueller Missbrauch"

Da fiel mir nichts mehr ein. 

Und da wird ja auch zwischen "da erfuhr ein Kind sexuelle Gewalt",
"da wurde eine Phantasie niedergeschrieben, in der ein Kind sexuelle
Gewalt erfuhr" und "da wird ein Bild gepostet, in dem eine
kindähnliche Tierfigur von einer erwachsenenähnlichen Tierfigur
sexueller Gewalt ausgesetzt wird" dann nicht mehr unterschieden.

Und so läuft es auch beim Sexismus - oh, ich sehe toll aus und jemand
hat mir hinterhergepfigen/ich wurde am Busen angefasst und konnte
mich nicht wehren/ich wurde vergewaltigt/ich wurde nicht eingestellt
weil ich eine Frau bin... alles eine Sauce. Und das ist ein
Riesenproblem.

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