Ja, es gibt sie, die Deutschen, die sich für Flüchtlinge engagieren, mithelfen, organisieren usw., das finde ich sehr schön. Aber: Es sollte nicht nötig sein.
Nicht falsch verstehen: Flüchtlinge willkommen zu heissen oder zumindest als Teil der Gesellschaft zu akzeptieren, sollte eine Selbstverständlichkeit sein, zumal Deutschland in seiner Geschichte selbst Flüchtlingswellen ausgelöst und Teile der Bevölkerung selbst flüchten musste.
Was ich meine: Es kann, ebenso wie bei den Tafeln, nicht angehen, dass das System nur durch private Initiative halbwegs funktioniert, in einem Staat, in dem sogar die Beschaffenheit von Toilettenschüsseln Gegenstand der Gesetzgebung ist, der Mitglied der G7/8 ist, eine der reichsten Nationen der Welt.
Wie willkommen die Flüchtlinge von offizieller Seite aus wirklich sind kann man mit einem Blick in die Flüchtlingsunterkünfte feststellen, wo teilweise schon Krankheiten grassieren und Hygienestandards unterschritten werden, und die - o Wunder - in der Regel weeeeeit weg von der Innenstadt und den wohlhabenden Stadtteilen angesiedelt sind, also dorthin wo die Einheimischen eh schon das Gefühl haben, in der dritten Reihe zu sitzen und nicht mit Hilfe von Anwälten die "Fremden" draußenhalten können.
Und da fällt es den braunen Rattenfänger nun wirklich nicht schwer, Stimmung zu machen, oft braucht man nicht mal mehr Nazis als Rädelsführer, die Abernazis ("Ich bin kein Nazi, aber...") werden immer mehr.
Und warum? Weil die Politik die Kommunen und die Menschen(Einwohner und Flüchtlinge) im Stich lässt, da werden Quoten festgelegt und die Gemeinden können sehen, wie sie damit fertig werden. Dazu noch ein paar nette Statements "von oben" bezüglich Asylmißbrauch, Leitkultur und Sonderlagern, das kommt "unten" sehr gut an.
Und zur Zivilcourage: Es ist leicht, oben vom Elfenbeinturm aus Zivilcourage und Engagement zu fordern, wenn unten auf der Straße die Wutbürger rasen, ist das schon nicht mehr so leicht.
Mir persönlich fehlen klare Zeichen unserer gesellschaftlichen Elite, aber die schwankt eher zwischen Ignorieren und Ablehnen.