Wenn man selbst auf der Stufe steht, dass man in Wohngebieten wohnt, die schon amerikanischen Gated Communities nahe kommen, und die Kinder auf Privatschulen schickt, kann man sich schon sehr über die Mitmenschen echauffieren, die ja so hartherzig sind. Einen selbst betrifft die Asylpolitik nicht.
Anders sieht es bei abhängig Beschäftigten aus. Die Steuer macht da die Hälfte dessen aus, was man im Brutto auf dem Lohnzettel stehen hat, aber die Frage ist dann schon, wie stark dessen wohl beschnitten wird, was die Gemeinde zukünftig zurück gibt. Ist bald Schluss mit (Vereins- und Schul-)Sport der Kinder, wenn die Turnhallen zu Lagern umgebaut werden? Welche Abgabeb wird die Gemeinde zukünftig erheben müssen, um die Versorgung sicher zu stellen? Wird das Gehalt dann nicht mehr reichen, um die Ausgaben zu decken? Wird das Flüchtlingsheim auf dem Weg zwischen meinem Zuhause und der Arbeit evtl. nur mit jungen Männern gefüllt? In dem Alter, von denen man früher auf dem Schulweg schon regelmäßig verprügelt wurde? Muss also um gefahrlos weiter arbeiten zu können bald ein (Zweit-)Auto das Fahrrad ersetzen?
Das sind so Fragen, die den Normalbürger beschäftigen. Das traut er sich nur nicht zu sagen, denn nach den Medien ist er dann sofort ein Nazi. Ungeachtet natürlich der Tatsache, dass die echten Nazis in der Operation-Gehlen-Nachfolgeorganisation (BND) sitzen und tatkräftig die NSU-Morde-Aufklärung unterdrücken oder Abgeordnete bespitzeln, nein, in den Medien ist der Bürger mit nicht viel Puffer in seinen Finanzen der Nazi, der nicht den großzügigen Spielraum für sich sieht.
Nie ist nämlich davon die Rede, dass Flüchtlinge irgendwann mal - nach Stabilisierung im Heimatland - zurückkehren würden. Allein der Gedanke! Nein, Deutschland wird nicht wie die USA seinerzeit einen Landstrich freibomben (Israel), in dem die Geflohenen dann einen neuen Staat gründen können. Vielen Bürgern ist klar: Flüchtling=Immigrant. Kein Wunder, dass das noch mehr Sorgen auslöst, denn neben den Kosten, die ich oben schon erwähnt habe, ist es dann auch vorbei mit dem Nebenverdienst auf Teilzeitbasis, den die Ehefrau neben der Kinderbetreuung als Kassiererin zum Familieneinkommen erwirtschaftet. Wenn sich die Politik mit der Arbeitserlaubnis für Flüchtlinge erst einmal durchgesetzt hat, wird da "bei gleicher Qualifikation" natürlich die Entscheidung gegen die Frau ausfallen (per Quote, wie heute zugunsten von Frauen).
Zuletzt kommt dann aber immer noch die Keule mit der Flüchtlingsunterbringung nach dem 2. Weltkrieg, für die wir ja erfürchtig ebenso handeln sollten. Der Unterschied ist nur, dass hier Vertriebene Deutsche im verkleinerten Deutschland nach verlorenem Krieg von Landsleuten untergebracht wurden. Andere Länder haben deutsche Flüchtlinge auch nicht aufgenommen (oder es sich teuer bezahlen lassen, mit Geld oder Wissen).
Abgesehen davon wird auch diese Erinnerung bei Älteren die Alarmglocken klingeln lassen, denn damals wurden Flüchtlinge in den Wohnungen der Einheimischen zwangseinquartiert. Eine Besatzungsarmee kann so etwas durchsetzen, klar. Aber wenn heute die Flüchtlingsstrategie bedeutet: Wir nehmen ALLE auf, die es hierer schaffen, ist die Frage eben, wie lange es dauert, bis diese Maßnahmen wieder erforderlich sind. Wer will es da den Einheimischen wirklich übel nehmen, wenn langfristig die Befürchtung besteht so zu Enden, wie die Ureinwohner in den USA. Die Indianer konnten den Einwanderern nichts entgegen setzen, uns wird nun konzertiert, dass wir es nicht dürfen und eine strikte Einwanderungspolitik - wie sie etwa die USA praktizieren - völlig inhuman ist. Alternativlos. Wenn wundert es also wenn nicht alle Bürger das so hinnehmen wollen, wo wir doch diesmal weder einen Krieg begonnen noch verloren haben.