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  • druckbleistift

461 Beiträge seit 30.01.2005

Steinzeit oder doch nur voraufgeklärt?

Mich erinnert die ganze Debatte um Urheberrechte, technische
Kopierschutzmaßnahmen und das Verbot ihrer Umgehung etc. immer
stärker an den Streit um die Bibelübersetzung und das Monopol der
katholischen Kirche.

Das war damals ja auch verboten, die Bibel zu übersetzen und sie
damit frei zugänglich zu machen: Die katholische Kirche hat sich auf
diese Weise ein Deutungs- und Aufführungsmonopol erhalten, das aber
mit dem aufkommenden Buchdruck immer schwerer zu halten war und
schliesslich fiel.

Gerichte scheinen heute recht leichtfertig bereit zu sein und ins
informationstechnische Steinzeitalter zurück zu urteilen: Man denke
nur an die Störerhaftung, die sehr effektiv verhindert, dass es in
Deutschland freies WLAN gibt. Eine Störerhaftung für
OpenSource-Projekte, wie sie jetzt das Gericht in Hamburg (mal
wieder) vorschlägt, wäre für freie Software wirklich eine
Katastrophe: Welches freie Projekt kann sich eine Rechtsabteilung
leisten, die jeden Commit überprüft?

So ist der juristische Kopierschutz von kommerziellen Programmen im
Netz also wichtiger und wertvoller als freie Software ...?

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