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  • Wasserdoktor

26 Beiträge seit 24.07.2019

Die Dramatik liegt eher in den Urteilen

Zum Glück hat man das Thema Verjährung bei Missbrauchstaten schon verbessert. Schaut man aktuell zur juristischen Tataufbereitung aus dem Fall Lügde so kommt man aus den Stauen nicht raus. Ok die Staatsanwaltschaft hat Revision gefordert. Der Abschluss ist wieder offen. Besonders ein Punkt in der Urteilsbegründung, dass der Angeklagte Heiko V. das "Glück" hat, dass die anderen Angeklagten ja viel schlimmere Sachen gemacht haben und daher die Taten nicht annähernd vergleichbar sind, löste bei mir das Unverständnis aus. Demnach müsste ja fast jeder Einzelmörder eine Verjährungsstrafe bekommen, da diese im Vergleich zu Serienmördern ja nicht so viele getötet haben. Und die Serienmörder werden sich dann auf Niels Högel berufen, wogegen viele Serienmörder dann in der Tat kleine Lichter sind. Niels Högel wird dann natürlich auf Josef Mengele verweisen. So eine Abwägung bringt einen in der Urteilsfindung nicht weiter.

Das man die Sichtung digitaler Datenhalden automatisiert, ist in der Tat begrüßenswert und besonders auch neue Opfer und Täter zu identifizieren. Für die Ermittler wird am Ende dann immer noch genügend Blicke in die Abgründe unserer Gesellschaft übrig und leider auch nach dem Dienstschluss haften bleiben.

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