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  • joesi

19 Beiträge seit 23.01.2009

Re: Entscheider muss man überzeugen - nein, das ist nicht meine Aufgabe.

joesi schrieb am 13.02.2017 20:16:

Also: Was ist nochmal der Grund, welcher den Wechsel von Windows 7 (das ja alles konnte) nach 8, 8.1, und schliesslich Windows 10 erfordert?

In Anbetracht der Tatsache, dass der erweiterte Support für Windows 7 erst 2020 endet, gibt es dazu schlicht gar keinen zwingenden Grund.

Du weichst ja meiner Frage aus, aber selbst dann:

Sollen die also eine Stadtverwaltung planen mit 3 Jahren Haltbarkeit?

Und was bekommen die jetzt so unzufriedenen Benutzer dann?
Ein Windows 7 mit EOL Aufkleber? Oder im Registrierkassenmodus?
Oder ein Windows 10, was ja schon heute geradezu für Begeisterungsstürme sorgt?
Und für stundenlanges Ausfallen von Rechnern zur besten Sendezeit, weil es z.B. unerwartet Updates installiert, DHCP abschaltet, Nvidia Werbung zeigt, mal eben eine vorkonfigurierte Office-Umgebung oder die Classic-Shell Weg-Updated, ... ?

Und was begründet, dass Fach-Anwendungen, die "Windows benötigen", z.B. nicht auf Wine laufen?

Die erste Frage, die sich da stellt ist doch eher, welchen Vorteil es bringt benötigte Windows Anwendungen nicht auf Windows laufen lassen zu wollen.

Du weichst ja meiner Frage aus, aber selbst dann:

Wenn Dir kein Grund einfällt, warum man auf einem Rechner *zum Arbeiten* *kein* Windows - insbesondere keines mehr nach Windows 7 - haben wollte, will ich Dich in Deiner angenehmen Umgebung nicht aufstören. Vor allem natürlich nicht, wenn Du nach Stunden bezahlt wirst, um Rechner mit Windows betriebsfähig zu halten :-)

Andere Leute würden z.B. die Naggerei hin zu Windows 10 als so einen Grund interpretieren, oder überhaupt die ganze "Selbständigkeit", die Windows in den letzten Jahren wieder entwickelt hat. Oder die Tatsache, dass sie nun mit jedem Rechnertausch eine neue Lizenz kaufen sollen. Oder, dass man nicht einfach ein installiertes System mit irgendwelchen Benutzeranpassungen auf einen identischen Rechner umziehen kann, ohne dass ein Heidenaufwand für zu sichernde oder verlorene Software-Lizenzen anfällt - möglichst, bevor der alte Rechner z.B. an einem Hardwareausfall stirbt. Und so weiter.
Oder, wie merkwürdig in Windows die Nutzerumgebung im Vergleich zu einem Unixoiden System gelöst ist. Oder... egal.

Und was war nochmal der Grund, welcher den Wechsel von Menüs in Office 2003 (das ja alles konnte, und mit dem alle viel besser vertraut waren, als mit Open/LibreOffice?) zu Ribbons in 2007 ff. erforderte?

Ach Gott, die Ribbons. Ja, kann man drüber streiten, aber eigentlich juckt das mittlerweile keinen mehr.

Du "antwortest" wieder durch Ausweichen.

Es ging doch darum, dass Du gesagt hattest, dass man eigentlich nichts grundlos ändern müsste (oder von irgendwas etabliertem abweichen, ich hab's vergessen) - und ich darauf hingewiesen habe, dass eine Microsoft Umgebung einen seit Jahren genau dazu nonstop zwingt.

Und die Ribbons sind das beste Beispiel dafür, wie unerwartet umfangreiche GUI-Änderungen bei MS vom Himmel fallen - und dass die arbeitenden Anwender anschliessend auf einem Desktop mit >100 Tasten eine GUI ertragen müssen, die vielleicht für 3-Finger-Multitouch adäquat wäre...

Und was war eigentlich nochmal der Grund, weshalb man im Windows 10 ff. die Updates nicht mehr manuell kontrollieren kann,

Ich gehe mal davon aus, dass man in einem Umfeld wie einer Behörde nicht zur Home Version greift, sondern zur Professional Variante, bei der man Updates nach wie vor manuell oder per WSUS steuern kann.

Soweit ich es gesehen habe, geht das in der Professional Version auch nicht. Und soweit ich gelesen habe, sollen selbst Grosskunden Updates maximal verzögern, nicht jedoch unterbinden können. "Software as a Service", you know.

Seit einem dieser Updates kannst Du nicht mehr verhindern, dass das, was Du ins Suchfeld reintippst, gleich an einen Server im Netz geht. Du kannst auch nicht verhindern, dass Cortana Dir zuhört - schliesslich gab's bei Lenovo schon das Mikrofon, was abgeschaltet aussah, aber nicht abgeschaltet WAR.

Und selbst wenn Du ein Update verhindern könntest - indem Du das Netzkabel weglässt: Sobald Microsoft das nächste API-Update bringt, wird der Software-Lieferant sich die Mühe nicht mehr machen, für "ALTE" Systeme zu Entwickeln - oder zu testen. -> Upgradezwang forever.

sogar zum Einstellen der Farbe des Desktops die registry braucht (so weit es noch geht),

Hä? Seit wann das denn?

Seit MS nur noch vielleicht 20 Farben anbietet, diese auch nicht mehr für alle Elemente, und den Rest auf "Automatik" stellt, die dann wieder zu ganz unbrauchbaren Kombinationen kommt. Und auch mit Registry geht es offenbar nicht mehr für den Desktophintergrund, wenn man die Login Shell ersetzt. Um z.B. ein definiertes, einigermassen sicheres System für eine spezielle Anwendung zu erhalten.

Angesichts der Frage: Hast Du schon mal ein Windows 10 ein wenig anders als "Alles auf Automatik" definierte Anforderungen einrichten *müssen*? Das dauert etwa einen halben Tag. Und wenn's dumm läuft, ist es nach dem nächsten Update wieder kaputt (siehe z.B. die verschwundene Classic shell, den mühsam (nur in der Pro-Version) abschaltbaren Lock-Screen etc. Oder: aus unerfindlichen Gründen falsch erkannte und neu hinzugefügte Netzwerkumgebung? Bingo, *versuchen Sie Ihr Glück* in der Registry, oder gleich mit der Systemwiederherstellung...

Vielleicht sollte Beratung erst mal eingekauft werden, um die Gesetze und Abläufe so abzuspecken, dass das Ergebnis auf Papier und Bleistift ausreichend performt.

Ha ha, der Klassiker. Wenn die Anforderungen für die von der IT favorisierten Lösung zu hoch sind, muss man halt die Anforderungen reduzieren.

Du hast den falschen "Klassiker" entdeckt:

Der tatsächliche Klassiker ist derjenige, dass Verwaltungen mit Computerhilfe die Rechenpower bekommen, auch noch extrem ineffiziente, mangelhaft durchdachte, oder sogar widersprüchliche - Prozesse bis zu einem sehr weit gehenden Implementationsgrad durchzuziehen. Was auf Papier kaum stört, weil man dann schnell genug miteinander sprechen kann, um Unstimmigkeiten zu verstehen und live auszuräumen. Wenn man sowas aber auf eine Rechnerumgebung abbildet - und automatisieren will - steigt mit zunehmender Überdifferenzierung die Wahrscheinlichkeit von Fehlern in der Umsetzung - die dann aber nur noch Programmierer etc. korrigieren können - gleichzeitig sind die Performance-Erwartungen an ein IT-Unterstütztes System natürlich grösser, d.h. Personal wird eher reduziert als hinzugenommen - und somit entsteht weitaus mehr Unzufriedenheit, wenn die zugrundeliegenden "Geschäftsprozesse" vielleicht nicht nur lückenhaft, sondern sogar widersprüchlich sind.

Wenn also eine IT-Umgebung mit 15.000 oder 20.000 Arbeitsplätze schon seit 10+ Jahren eine Stadt am Laufen hält, kann sie so ganz falsch schon mal nicht sien.

Wenn es dann aber für 1.3 Millionen Einwohner gleich 10.000 Brief-Vorlagen braucht (und das nur die am HÄUFIGSTEN verwendeten Dokumente sind) - und 5.000 "Arbeitsplätze für Fachanwendungen", und ausserdem 70 Programmierer (über 10 Jahre...), etc. - dann zweifle ich mal daran, dass dort die mit all diesem Aufwand implementierten Prozesse inhaltlich richtig und effizient sind. [...]

So überzeugt man natürlich jeden Entscheider NICHT!

Ich hab auch gar nicht vor, irgendwelche Entscheider zu überzeugen, schon weil dafür einiges an Einarbeitung nötig wäre - ich dafür aber nicht bezahlt werde.

Ich wollte nur meine Meinung zum Ausdruck bringen, dass - ungeachtet von allen Details - ein Wechsel vom nun seit Jahren etablierten, zumindest wohl einiges gut machenden, "angeblich unvertrauten" LiMux ausgerechnet in der Zeit, wo Microsoft zu Win 10 geht - und damit eine sich stets weiter verändernde Umgebung mit wiederholt immer unsäglicher gewordener Bedienung, Nutzbarkeit, und Abkehr vom ARBEITENDEN ANWENDER als Zielgruppe angekündigt hat, der Nutzer dabei die Hoheit über seine Systeme ausdrücklich aufgibt, jegliche Möglichkeit zur Umkehr absolut unterbunden wird - und das ganze auch noch Datenschutzrechtlich extrem fragwürdig ist - eben nicht gerade von viel Kompetenz auf Seiten des Entscheiders zeugt.

Du siehst ja in einem anderen Kommentar die Äusserung eines Mitarbeiters von dort, die genau in diese Richtung geht.

Du hast eine andere Meinung - und bringst dafür ziemlich zweifelhafte Argumente vor, oder weichst ganz einfachen zentralen Fragen einfach aus - einige andere im Forum sehen es wie ich - aber letztlich ist das alles völlig egal, da ganz normale Bürger zu solchen Dingen in Deutschland ohnehin nicht gefragt werden.

Mach's gut, und viel Spass mit Win 10, 11 etc.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (13.02.2017 22:05).

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