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Avatar von dark_star
  • dark_star

mehr als 1000 Beiträge seit 25.05.2001

Re: Wie heisst denn eigentlich der "KERNEL" bei Microsoft Windows?

Eurit schrieb am 20. Dezember 2003 13:19


> Danke für die verständliche Antowrt. bei linux kann man ja, wenn man
> sich auskennt, seinen kernel auf die eingesetzte hardware abgestimmt
> kompilieren.

Jup.

> so eine option wäre doch für windows auch wünschenswert, da hätte
> man dann nicht diese 1000 Treiberprobleme, oder seh ich das falsch?

Ja und nein.

Da geht dann der Glaubenskrieg Micro- vs. Makrokernel wieder
los.

Also: Linux hat einen Macrokernel, also einen Kern, der die
oben schon beschriebenen Funktionen mit den Treibern
zusammenpackt und mit ihnen eine Einheit bildet. Dass es
unter Linux ladbare Module gibt, ändert daran erstmal nix,
denn das ist zwar eine nette Komfortverbesserung, ändert
aber am prinzipiellen Systemverhalten nix.

Das Gegenmodell ist der Microkernel, den NT (angeblich) hat.
Hier sind die Treiber vom Kern getrennt und kommunizieren
per Benachrichtigung, etc. mit diesem. Der Sinn des ganzen
ist nun auch, dass ein defekter Treiber den Kern nicht mehr
beeinflussen kann, das aber auf Kosten der Performance.

Demnach sollten die Treiberprobleme bei Linux eigentlich
deutlich ausgeprägter sein, als unter Windows, da ja unter
Linux ein beliebiger Treiber das System problemlos
instabil machen kann, da jeglicher Schutzmechanismus fehlt.

Ironischerweise ist genau das Gegenteil der Fall. Da unter
Linux die Masse der Treiber mit dem Kern mitentwickelt
wird, sind Instabilitäten wegen defekten Treibern unter
Linux relativ selten.

Ein weiterer prinzipieller Unterschied ist der Umgang mit
einigen Gerätetypen. Hier verlagert Linux vieles weg vom
Kernel in den Anwenderbereich (GUI/X11, Drucker/Cups, usw.),
so dass der Kernel entlastet wird. Daraus resultiert der
typische Effekt, dass die Oberfläche zwar einfriert, das
System darunter aber munter weiterläuft.

cu dark_star

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