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Avatar von duckundweg
  • duckundweg

534 Beiträge seit 13.11.2018

Mal einen Blick in die Vergaberegeln werden

Dies ist anscheinend das aktuellste Dokument zu den Vergaberegeln der Bundesnetzagentur:
https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2018/Entscheidungsentwurf.pdf

Wenn dies das Lasten- oder Pflichtenheft oder die Spec wäre, dann würde das wohl glatt durchfallen.

Z.B. aus dieser Unterlage
4. Versorgungsverpflichtung Bundesautobahnen
Der Zuteilungsinhaber muss bis zum 31. Dezember 2022 für Bundesautobah- nen eine Versorgung mit einer Übertragungsrate von mindestens 100 Mbit/s im Downlink im Antennensektor erreichen.
Dabei ist eine Latenz von nicht mehr als 10 ms (Millisekunden) zwischen einem Endgerät und der zugehörigen Basisstation sicherzustellen.

- 100 MB/s gelten für 1 Auto, 1 Insasse oder "wieviele" ?
- eine Latenz von 10 ms.
Werben die Netzanbieter nicht damit, dass 5G 1 ms locker kann und dass die Autohersteller unbedingt 1 ms Latenz für die autonomen Fahrzeuge brauchen?

- Bitte liebe Bundesnetzagentur baut auch gleich noch ein Haftung und eine Strafe ein, falls die 10 ms zwischen einem Endgerät und der zugehörigen Basisstation nicht erreicht werden. Wie wäre es so mit 1.000 Euro pro User und Fall und Basisstation, die der Kunde erhält, wenn es länger als 10 ms dauert? Denn es soll ja angeblich auch mal Stau auf der Autobahn geben und dann könnte jeder im Stau eine kleine Kompensation gut gebrauchen. ;-)

oder

Schienenwege mit mehr als 2000 Fahrgästen pro Tag mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde bis Ende 2022. Die Orientierung am Fahrgastvolumen statt an Zugtypen (z.B. ICE) stellt sicher, dass der Nahverkehr einbezogen wird.

- 100 MB/s für die 2000 Fahrgäste pro Tag oder 100 MB/s pro Zug oder pro Abteil oder Großraumwagen oder pro Fahrgast oder was?

usw. usw.

Als Pflichtenheft würden diese Vergaberegeln wohl sang- und klanglos durchfallen.
Diese Vergaberegeln sind so unscharf, dass alles hinein interpretiert werden kann.

Daher müssen diese Vergaberegeln erheblich verschärft und nicht gelockert werden.

Falls nun die Politiker im Bundestag und in der Bundesregierung eine Lösung suchen, dann ist wohl zu befürchten, dass alle Vorgaben der Konzerne umgesetzt werden und sich gleichzeitig die Kontostände verändern, so wie dies in einer Bananenrepublik üblich ist.
Denn es gibt wohl kaum einen Politiker im Bundestag oder in der Bundesregierung, der den Mobilfunk nur im Ansatz beurteilen oder erklären kann, jedoch den Zahlungseingang auf dem Konto oder so ähnlich.
Und diese Politiker wollen nun Formulierungshilfen finden? Dies ist dann wohl genau so, als wenn man einem Erstklässler partielle Differentialgleichungen mit Dirichlet-Randbedingungen vorsetzt.

Wer sagt eigentlich, dass die Vergaberegeln zu hart sind?
Die Konzernbosse und deren Manager sagen dies.

Doch sagen dies auch die Mitarbeiter der Mobilfunkkonzerne? Wohl nicht oder?
Die Vergaberegeln stören wohl nur diese, denen die Millionen-Jahresgehälter und Boni immer noch nicht genug sind. Denn Gier frisst angeblich Hirn. ;-)

Nun schlägt wieder die Stunde der Lobbyisten mit den schwarzen Koffern oder so ähnlich.
Und die Bürger dürfen gespannt sein wie z.B. § 21 TKG von den Politikern neu formuliert wird, äh, Lobbyisten.

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