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  • JHart

237 Beiträge seit 17.08.2007

CD-R/DVD-R versus CD-RW/DVD-RW/DVD-RAM

Um Deine Frage zu beantworten, erlaube es mir, mich selbst zu
zitieren:

http://www.heise.de/newsticker/foren/forum-122401/msg-13352034/T-JHart/k-8b84e1a3002ac0cb5cfb06d12743e0de/sres-1/t-1/


[Es war zwar zu einem anderen Thema (Backups), aber darin habe ich
die Problematik zwischen organischen und anorganischen
Trägerschichten bei optischen Datenträgern beschrieben.]

Bei DVD-Rs werden leider nur Azo- oder Cyanin-Farbstoffe (blau-grün
bis tiefblau, auch purpur) verwendet(zumindest ist mir noch nichts
anderes in die Finger gekommen), die besonders unter
UV-Licht-Einwirkung und gegenüber Weichmachern und Lösungsmittel aus
Aufklebern und Beschriftungsstiften nur eine geringe chemische
Widerstandsfähigkeit aufweisen (Hersteller nennen es relativ stabil;
relativ zu/für wen oder was?).
Ebenso kommt meist noch eine thermische Belastung der Speicherschicht
dazu, sofern die Datenträger Sonnenlicht und/oder hoher Wärme
ausgesetzt sind.
Generell sollte man auf Aufkleber verzichten, da sich diese ablösen
können und so sowohl die Reflektionsschicht als auch das Laufwerk
zerstören können.
Bei den Stiften (auch die Spezialstifte) darf man auch nur darauf
hoffen, daß Langzeitstudien für Wechselwirkungen zwischen
Lösungsmittel und Speicherschicht durchgeführt wurden. Daß die
Spezialstifte die Reflektionsschicht nicht beeinträchtigen, ist
bislang erwiesen.
Wer jedoch, so wie ich, nicht auf die Aussagen der Hersteller mangels
Nachweise vertraut, der beschrifte doch den inneren transparenten
Ring. Mag zwar sehr wenig Platz sein, aber für eine Nummerierung
völlig ausreichend.
Immerhin bietet der Einleger reichlich Platz für Inhaltsangaben.

Um nochmals auf die Farbstoffe und die Speicherschicht
zurückzukommen; beide o.g. Farbstoffe finden auch bei der CD-R
Verwendung. Allerdings kommt bei der CD-R auch noch ein dritter
Farbstoff zum Einsatz, Phthalocyanin.
Dieser Farbstoff zeigt gegenüber den anderen beiden neben einer hohen
chemischen Widerstandsfähigkeit auch eine überdurchschnittlich hohe
UV-Licht- und Wärme-Beständigkeit auf.
Dieser Farbstoff ist meist an einer silber-gold- bis schwach grünlich
silber-gold-farbenen Speicherschicht zu erkennen. Es kann aber
vorkommen, daß die Hersteller in den Reflektionsschichten Farbstoffe
verwenden, die eine Identifikation der Farbstoffe in der
Speicherschicht erschweren.
Da sind genaue Herstellerangen hilfreicher:
z.B.

http://www.traxdata.com/products_de.html?pmProductId=42

Ich verwende seit fast 10 Jahren ausschließlich CD-Rs der Firma
Traxdata, diese haben den Farbstoff Phthalocyanin in der
Speicherschicht. Und bislang habe ich trotz einiger Audio-CD-Rs, die
so manchen unfreiwilligen UV-Licht-Dauertest im Auto erleben durften,
keinerlei Leseprobleme, auch nicht bei meinen überstrapazierten
Exemplaren, die noch mit Edding mangels damaliger Unwissenheit von
mir beschriftet wurden.
Mir ist es bislang noch nicht geglückt, DVD-Rs mit diesem Farbstoff
finden zu können.

...

Nun die Frage, warum ich die viel teuren CD-RWs, DVD-RWs und DVD-RAMs
anstatt DVD-Rs verwende:
Da kommt wieder das Material der Speicherschicht ins Spiel.
Bei CD-RWs und DVD-RWs sowie bei DVD-RAMs wird nicht ein Farbstoff
verwendet, sondern eine Metallegierung, die unter Hitzeeinwirkung
ihre Struktur verändert. Die Temperaturen, mit der die
Speicherschicht beschrieben wird, liegt bei über 500°C.
Und genau dieser Einsatz einer Metallegierung degradiert die DVD-Rs
letztendlich nur noch zu Rohstoffverschwendern.
Mal davon abgesehen, daß der Einwand "Datentransport" sehr einfach
mit USB-Sticks entkräftet werden kann, auch bei Kapazitäten von 4
Gbyte und mehr.
Somit zeichnen sich die Speicherschichten der drei genannten Medien
nicht nur durch eine sehr hohe thermische Belastbarkeit aus, sondern
auch durch eine hohe chemische Beständigkeit und durch eine Resistenz
gegenüber UV-Licht.
Zudem lassen sich die Medien wiederverwenden, was den viertel- bis
halbjährlichen Medienwechsel bei DVD-Rs überflüssig erscheinen läßt.

...

Anmerkungen:
Ich bekomme von den genannten Firmen keine Gelder oder geldwerten
Vorteile für die Nennung ihrer Produkte. Auch soll das keine Werbung
darstellen. Ich beschreibe lediglich meine Erfahrungen.
Es kann jeder selbst entscheiden, zu welchen Produkten sie/er greift.
Unter Umständen sind die Erfahrungen anderer gänzlich abweichend von
meinen.
Ich vertraue auch nicht zu 100 Prozent der zahlreichen Tests und dem
"Markenwahn", da das alles Simulationen sind und im realen Einsatz
durchaus andere Ergebnisse entstehen können.
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