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  • Richard

mehr als 1000 Beiträge seit 12.01.2000

Re: Rotverschiebung der Frequenz ist nur das halbe Problem

Hegewald schrieb am 18.09.2015 15:49:

Die zweite Hälfte des Problems ist die Zeitdilatation

Nein. Zeitdilatation hat damit absolut überhaupt nichts zu tun. Die ist ein relativistischer Effekt, und die sind bei diesen Geschwindigkeiten und für diesen Einsatzzweck wirklich komplett vernachlässigbar (bei hochpräzisen Messungen wie für GPS sieht das anders aus - da muss man tatsächlich mit relativistischen Modellen arbeiten, Newton reicht dafür nicht mehr aus).

, zumindest bei "besonders zeitkritischen" Modulationsarten, wie phasenverschobene Modulation.

Bei Cassini-Huygiens war nicht die Frequenzverschiebung (Trägerfrequenz und Seitenbänder) das Problem. Diesen Dopplereffekt hatten die Italiener bei der Konzeption der Funkverbindung von Huygiens zu Cassini berücksichtigt, indem die den Cassini-Receiver etwas breitbandiger machten.

Das war aber genau nur die Hälfte des Dopplereffekts. Der Effekt auf das Trägersignal.

Neben dem Träger gibts aber auch noch die Daten. Die haben ebenfalls eine "Frequenz" (auch wenn man das bei Digitalkrams eher "Datenrate" oder "Bitrate" nennt). Und die ändert sich selbstverständlich durch den Dopplereffekt ebenfalls.

Und wenn man das nicht berücksichtigt, dann passiert genau dasselbe, wie wenn man an einer seriellen Schnittstelle auf der einen Seite 19200 bps als Datenrate einstellt und auf der anderen 9600: Datensalat.

Vergesst Wikipedia, denn:

The board discovered that Alenia Spazio SpA, the Rome-based company that built the radio link, had properly anticipated the need to make the receiver sensitive over a wide enough range of frequencies to detect Huygens’s carrier signal even when Doppler shifted.

Ja, den eigentlich Funkempfänger hat Alenia nicht verbockt. Aber:

But it had overlooked another subtle consequence: Doppler shift would affect not just the frequency of the carrier wave that the probe’s vital observations would be transmitted on but also the digitally encoded signal itself. In effect, the shift would push the signal out of synch with the timing scheme used to recover data from the phase-modulated carrier.

Die waren doof genug, trotzdem eine konstante Datenrate von 8192 bps anzunehmen.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (18.09.2015 19:00).

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