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Avatar von opensky

mehr als 1000 Beiträge seit 27.08.2005

Re: Vietnam + China

> Strategisch ist es natürlich unklug, jeden
> dritten (!) auf der Welt verfügbaren Dollar in China zirkulieren zu
> lassen.

> Dieser Umstand ist freilich nicht auf angebliche hinterlistige Pläne
> der chinesischen Führung und Wirtschaftsmanager zurückzuführen,
> sondern eher auf die kurzsichtige und gierige Herangehensweise
> westlicher Manager, die diesen Ansatz dann auch noch als "kreativ"
> verkaufen wollen. Da Problem ist also hausgemacht. Es sind genau jene
> oft fürstlich bezahlten Manager, welche kaum noch innovative Produkte
> kreieren, sondern nur noch - frei von sozialem
> Verantwortungsbewustsein - auf der Kostensenkungsschiene fahren

Da gebe ich Dir 100 % Recht! Das Problem ist, dass westliche Manager
nach ihren Kurzzeit-Erfolgen beurteilt und bezahlt werden (Boni). 5
Jahre Horizont sind das Maximum. "Nach uns die Sintflut" heisst die
Devise. Wenn es schief laeuft, kassieren sie noch
Abgangsentschaedigungen in Millionenhoehe. Die Chinesen denken
hingegen sehr langfristig. Das habe ich schon in den 1970er-Jahren
bei Gespraechen mit chin. Handelsattachees festgestellt.  

Da muss sich in Europa etwas drastisch aendern, sonst koennen die
Europaer froh sein, wenn sie in 10 Jahren noch T-Shirts fuer die
Chinesen naehen duerfen - keine 1-Euro-Jobs wohlverstanden,
vielleicht 25 Cents - wenns hoch kommt.

Indien erwaehnst Du auch - meines Erachtens die aufsteigende
Weltmacht Nr. 3.

Ja, wir sehen turbulenten Zeiten entgegen.... interessanterweise sind
die Amis dieses mal besser auf Draht als die Europaer und vermeiden
einseitige Abhaengigkeiten. Zumindest sind sie sich der Problematik
bewusst - dass zeigten die Diskussionen um den Verkauf von LENOVO
durch IBM nach China.

Allerdings koennte Energieknappheit verhindern, dass die chin.
Wirtschaftsbaeume in den Himmel wachsen. Das ist aber ein schwacher
Trost, dann fallen naemlich zuallererst einmal die Zulieferungen nach
Europa aus. Die Chinesen brauchen Europa bald nicht mehr, sie werden
zunehmend autark - und der Binnenmarkt ist potentiell derart riesig,
dass sie auf Exporte verzichten koennten.

Zudem beschaffen sie sich das KnowHow zunehmend via
Wirtschaftsspionage. Die meisten Hackerangriffe auf europ. KMUs und
Freiberufler erfolgen aus China. Sehr professionell, offenbar bestens
bestueckte Infrastruktur und Top-Personal - also staatlich
gefoerdert. Das konnte von MELANI (www.melani.admin.ch) zweifelsfrei
zurueckverfolgt werden.  

Gruss  Peter  

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