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  • Rattenverwirrer

mehr als 1000 Beiträge seit 17.07.2007

Fanatiker gegen Fanatiker, beide sind im Unrecht

Islamfanatiker glauben, daß jeder nicht-Moslem ein Agent Satans ist,
der getötet werden muß. Und jeder Moslem, der nicht radikal genug die
Ungläubigen hasst, ist auch Satanist.

Überwachungsfanatiker glauben, daß Überwachung jeden Terroranschlag
verhindert. Wenn das nicht klappt, wie im vorratsdatenüberwachten
Frankreich, kann das nur einen Grund haben: Es war nicht genug
Überwachung.

Richtig gefährlich wird es erst dann, wenn beide Richtungen des
Fanatismus zusammentreffen. Das gibt einen Krieg, zwischen dessen
Fronten die Sicherheit, der die Überwachungsfanatiker zu dienen
glauben, ebenso zerrieben wird, wie der Islam, dem die
Reilgionsfanatiker zu dienen glauben.

Der Angriff auf Charlie Hebdo war genau die Art Terroranschlag, gegen
die Vorratsdatenspeicherung schützen sollte.
Ein "einsamer Wolf" kann mit dem Auto in eine Menschenmenge rasen. Er
kann aber niemals alleine die Geheimadresse einer geschützten
Einrichtung ermitteln, und erst recht nicht Interna wie die Zeiten,
zu denen die Zielpersonen anwesend sind.
Das muß das Werk einer Organisation sein, deren Mitglieder
untereinander koordinieren und kommunizieren. Genau dort soll die VDS
ansetzen. Tut sie aber nicht, wie dieser Anschlag bewiesen hat. Sie
funktioniert nicht. 
Jedenfalls nicht so, daß sie in einer Demokratie Terroranschläge
verhindern könnte.
Um in einer Diktatur, z.B. einem islamischem Gottesstaat, Abweichler
und deren Kontakte aufzuspüren, und die ReligionsGeStaPo auf sie zu
hetzen, ist die VDS perfekt geeignet. 
Genauso für eine Religionsdiktatur, die statt Allah den unregulierten
Finanzmarkt fanatisch als Gottheit verehrt.

Wenn Hitler diese technische Möglichkeit gehabt hätte, wäre das der
sichere Tod für jeden Widerständler gewesen. Auch für den
psychologischen Widerstand, alle die systemkritische Texte und
Karrikaturen verbreiteten. Wie die Redakteure von Charlie Hebdo. Von
deren deutschen Kollegen haben nur deswegen überhaupt welche das
3.Reich überlebt, weil es keine VDS hatte.

Verantwortungsbewußte und an Sicherheit interessierte Politiker
sollten wissen, daß schon einmal die Werkzeuge einer Demokratie in
die Hände eines Diktators gefallen sind: Für die erste
Judenverhaftungswelle nutzte die SS die Volkszählungsdaten der
Weimarer Republik, in denen auch die Religionszugehörigkeit erfaßt
war. Wer aus der Geschichte lernt, macht diesen Fehler nie wieder. 

Die Sicherheitsinstrumente einer Demokratie sollen möglichst wenig
für eine Diktatur als Waffe gegen das Volk geeignet sein.
Die Vorratsdatenspeicherung ist das Paradebeispiel für einen Verstoß
gegen diese Regel. Wirklich effektiv einsetzbar ist sie NUR für die
Zwecke einer Diktatur.

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