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  • Alex Kloss

mehr als 1000 Beiträge seit 22.07.2004

Des Schurkenstücks 4. Teil

Fortsetzung zu 
http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Des-Schurkenstuecks-3-Teil/forum-163713/msg-17182659/read/
und den vorangegangenen Teilen.

Dieses Gespräch ist frei erfunden, auch wenn es sich sicherlich
genau so zugetragen haben könnte. Ähnlichkeiten mit mehr oder weniger
lebenden Ministern, Lobbyisten oder sonstigen Anzugträgern sind
zufällig rein beabsichtigt.

Dramatis Personae

3 namenlose Anzugträger

Berlin, im schalldichten, für besondere Gäste reservierten
Hinterzimmer eines Nobel-Restaurants. Es herrscht ausgelassene
Stimmung - alle Anzugträger sind in heiterer Stimmung und versuchen,
sich das Lachen zu verkneifen.

Anzugträger 1: ...freue ich mich, dass die verteilte Aktion zur
Befriedung des Internets ein derart großer Erfolg geworden ist. Dank
unserem Engagement und das unserer Partner, zu denen nun auch die
Polizeigewerkschaft zählt, ziehen Legislative, Judikative und
Exekutive endlich am gleichen Strang, statt sich gegenseitig zu
behindern - und das bald weltweit.

Anzugträger 3: Nicht zu vergessen, die Mehrzahl der Medien, die
geschlossen hinter uns stehen und den besorgten Wähler angemessen
aufklären!

Anzugträger 2: Von der relativen politischen Uneinigkeit der
Zensurgeg... verzeihung, Unaufgeklärten ganz zu schweigen...

A1: (hebt in gespielter Strenge den Zeigefinger) Also, bitteschön!
Wir wollen doch die Dinge beim Namen nennen. Ein solcher Lapsus in
der Öffentlichkeit könnte schwerwiegende Folgen haben... (lacht)

A2: (leicht eingeschnappt) Wir sind hier doch unter uns.

A3: Ach und wenn schon! Wir können sie doch nennen, wie wir wollen,
solange wir deren Bild in der Öffentlichkeit kontrollieren. Da
könnten die Piraten sich auch "HSP" nennen und Horst Schlämmer zum
Vorsitzenden ernennen...

A1: Horst wen?

A3: Schlämmer. Hape Kerkeling in Verkleidung eines alternden
Journalisten. Kommt bald ins Kino.

A1: Hape wer?

A2: Kerkeling.

A3: (wieder lachend) Komischer Name, ja. Sowas kann passieren, wenn
man einen Niederländer zum Vater hat. Jedenfalls hat er einen Film
darüber gedreht, wie er mit jeder Menge Blödsinn die Macht in
Deutschland übernimmt.

A2: Wisst ihr eigentlich, wir hätten schon seit Jahren die Macht
komplett übernehmen können. Allerdings ist diese Farce namens
Demokratie viel amüsanter.

A3: Wie wahr. Das Schöne an Macht ist, dass man sie nach Belieben
verteilen kann, auch ohne sie jemals gehabt zu haben.

A1: Irgendwann wird es einfacher, zweckmäßiger oder auch nur
wesentlich billiger sein, die Macht ganz zu übernehmen. Dann können
wir die Demokratie zum alten Eisen legen.

A2: Glaubt mir, ich werde es vermissen.

A3: (wieder ernst) Ich nicht. Besonders die Internet-Generation mit
ihren Blogs und Wikis ist ein Gegner, auf den ich liebend gern
verzichten würde.

A1: ...deren Unterdrückung in der Öffentlichkeit aber bislang
hervorragend geklappt hat.

A3: An einigen Stellen war es haarscharf. Teilweise schreiben selbst
etablierte Journalisten gelegentlich einfach von diesen Bloggern ab,
ohne uns vorher zu konsultieren.

A2: Wann ist das denn passiert?

A3: Bei der zweiten Zensurumfrage. Ihr wisst schon, die mit der
verdrehten Fragestellung.

A1: Das war doch halb so wild. Diesen Malus konnten wir durch
geschickt gestreute Forenbeiträge entschärfen. Außerdem erinnere ich
mich, dass der betreffende Schreiberling auf unsere Veranlassung von
seinem Vorgesetzten fein säuberlich gefaltet wurde.

A2: Eigentlich sollten die alle auf unserer Seite sein. Immerhin sind
wir die Medien.

A3: Das kommt noch. 

A1: Bald.

Wie auch die anderen Teile steht dieser Text unter CC-BY-Lizenz.

Gruß, Alex
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