Ansicht umschalten
Avatar von Roter Hering
  • Roter Hering

776 Beiträge seit 26.02.2004

Trolle und Fische

Hier ist Harry Hirsch live aus dem Heise Forum.

Es ist ein wunderschöner Morgen hier... Kaninchen hoppeln über die
Wiesen und die Vögel zwitschern - aber nicht mehr lange, denn es ist
Freitag, und dies könnte ein ereignisreicher Freitag werden.
Gewisse Ereignisse deuten daraufhin, daß es heute zu einer größeren
Konfrontation zwischen den Galliern und dem Imperium kommen könnte.
Es ist mir gelungen, Centurio Claudius Subversus vor's Mikrophon zu
bekommen, der das Imperium in dieser abgelegenen Gegend
repräsentiert...

Subversus: HEIL CÄSAR!

HH: Äh ja, heil Cäsar auch. Centurio Subversus, was ist ihre Aufgabe
hier?

Subversus: Ich bin für die Eindämmung der Gallier in dieser Region
verantwortlich. Da wir in so gefährlichen Gebieten wie diesem hier
keine regulären Truppen einsetzen können, lassen wir sie von Trollen
infiltrieren.

HH: Können Sie unseren Zuschauern etwas über die gestrigen Vorfälle
sagen?

Subversus: Diese verrückten Gallier haben plötzlich angefangen,
unseren Trollen Fische zu schenken! Hunderte! Das stinkt zum Himmel!

HH: Wie haben Sie auf diese neue Strategie der Gallier reagiert?

Subversus: Zunächst haben wir das gar nicht ernst genommen. Aber dann
sind unsere Trolle reihenweise in den Hinterhalt geraten und derart
mit Fischen bombardiert worden, daß sie kaum noch trollen konnten. Es
ist uns nicht rechtzeitig gelungen, sie zu einer wirkungsvollen
Abwehr zusammenzuziehen. Es kam allerdings zu vereinzelten
Rückzugsgefechten. Wir haben versucht, mit toten Pinguinen zu
kontern, aber mit wenig Erfolg.

HH: Wie gedenken Sie jetzt, gegen diese Gallier vorzugehen?

Subversus: Das ist ganz einfach. Ein Troll, der nicht als Troll
erkannt wird, wird auch nicht mit Fischen zugeworfen. Wir planen
deshalb, alle Trolle ordentlich zu rasieren und ihnen Anzüge
anzuziehen. Außerdem lernen sie, sich etwas unauffälliger zu
benehmen, damit sie nicht so schnell Verdacht erregen. Und wenn das
nicht hilft, bekommen sie alle neue Namen. Außerdem beten wir zu den
Göttern, daß sie die Verwendung von unfairen Waffen wie Fischen
ächten.

HH: Sie haben also keine Befürchtungen, daß sich etwas wie die
Schlacht im Teutoburger Wald wiederholen könnte?

Subversus (läuft rot an): Teutoburger Wald? Es hat nie eine Schlacht
im Teutoburger Wald gegeben! WAACHE! Werft den Kerl raus!

HH: Ich danke Ihnen für dieses Gespräch... Au! Au! ...auf
wiedersehen. Ich begebe mich nun ins gallische Dorf, um mit
Verleihnix zu sprechen, der gerade eine Schiffsladung Fisch
auslädt...

Herr Verleihnix, was haben Sie denn hier so aufgestapelt?

Verleihnix: Beim Teutates, Fisch natürlich. Das sind hier vier Fässer
rote Heringe, vier Fässer Dorsch, ein Faß Aale, zwei große Kisten
ganz frische Makrelen, und zehn Säcke Stockfisch.

HH: Was machen Sie denn mit solchen Mengen Fisch?

Verleihnix: Der Absatz hat sich ganz fabelhaft entwickelt. Früher hat
ein halbes Faß für eine Woche gereicht, aber seit gestern...
(flüstert) der ist nämlich für die Trolle. Die mögen ihn so gerne,
daß sie sich oft sogar verkleiden um noch einen Nachschlag zu
ergattern.

HH: (rümpft die Nase) und ist der auch wirklich frisch? Hier
riechts...

Verleihnix: GAANZ FRISCH!

HH: Jaja, und wie ist Ihre Strategie?

Verleihnix: Hä? Strategie? Wenn sich irgendwo ein Troll des Imperiums
blicken läßt, bekommt er so viel Fisch, bis er nicht mehr Piep sagen
kann.

HH: Liebe Zuschauer, Sie sehen, beide Seiten sind auf das beste
gewappnet, und sie sollten sich auf keinen Fall die heutige
Live-Übertragung entgehen lassen (keuch). Ich gehe jetzt ein bißchen
frische Luft schnappen und gebe zurück ins Studio...
Bewerten
- +
Ansicht umschalten