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  • Zonendoedel

mehr als 1000 Beiträge seit 27.02.2004

Es ist immer das gleiche

> Wir stehen in der tat kurz davor, dass wir (damit meine ich 99% der
> Bevölkerung) unseren Lebensstandard von wenigen Profiteuren der
> "Globalisierung" kräftig zurückgestutzt bekommen. Fast alles was die
> Politik in den letzten Jahren (Egal ob Rot/Grün oder Schwarz/Gelb)
> veranstaltet hat, geht zu Lasten der einfachen Arbeitnehmer.
> Inflationsbereinigte Nettolohnrückgänge in den letzten 10 Jahren,
> ausufernde Belastung durch einen zu fetten Staat, der Ruf nach
> (finanzieller) Eigenverantwortung, die von immer weniger Netto
> getragen werden soll. Gleichzeitig sollen die Leute das Geld, dass
> sie nicht haben doch bitte fleißig ausgeben, damit es der Wirtschaft
> gut geht. Die braucht nämlich jede Menge Konsumenten, nur will sie
> den Leuten immer weniger zugestehen, womit sie konsumieren können.

Du hast völlig recht.

> Dieses System ist krank. 

Diese Krankheit hat einen Namen und heißt Kapitalismus.
Das ist auch einer der Gründe, warum dieses Wirtschaftssystem immer
wieder in eine verheerende Krise stürzen muß.

Die Neuverschuldung nimmt jährlich zu, dazu die Zinsen auf die alten
Schulden lassen den Staat immer weniger Spielraum, weil ein Großteil,
die man früher z.B. für soziale Leistungen verwendet hat, heute zur
Zinstilgung der Schulden aufwendet. Da jedes Jahr weitere Schulden
gemacht werden, wird demzufolge auch immer mehr Mittel für die
Bedienung der Zinsen benötigt.

Es ist immer dasselbe. Ähnliches wie heute konnte man bereits in den
30ern beobachten. Die Wirtschaft stöhnt von zu hohen Lohnnebenkosten
und zu hohen Mindestlöhnen. Um die Arbeitslosigekit zu bekämpfen
werden diese dann beschnitten, soziale Errungenschaften gekürtzt oder
abgeschafft. Einige Zeit später stöhnt die Wirtschaft wieder, die
Kaufkarft ist stark gesunken, Fazit: Massenentlassungen,
Lohnkürzungen, kürzungen der Sozialen Leistungen (wegen minderer
Staatseinnahmen). Das hat natürlich eine noch schlechtere Kaufkraft
zur Folge...

Diesmal glauben die Unternehmen ja, ihr Heil in der Globalisierung
gefunden zu haben. Der Staat ist jetzt natürlich noch besser
erpressbar, muß er doch mit Standorten wie Ungarn (Siemens) oder
China, Indien, Polen, Pampa wasweisichwonoch konkurrieren.

Aber nur wenige Großunternehmen werden von dieser Globalisierung
wirklich profitieren und das auch nur kurzfristig, denn
Globalisierung heißt auch verschärfter Wettbewerb.
Der Klein-und Mittelstand wird dabei auf der Strecke bleiben, ist
sowiso schon ziemlich kaputt, wie uns jedes Jahr aufs neue die
Rekordpleiten bestätigen. Die Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer
arbeiten aber gar nicht bei den sogenannten "global Playern", nein,
die verdienen ihr Geld eben bei diesem Mittelstand, der gerade vor
die Hund geht und immer das Rückrat der deutschen Wirtschaft war.
Dieser Mittelstand sucht auch nicht die großen Absatzmärkte in China
oder der USA, dieser Mittelstand hat regional seine Märkte bedient.

Der Kapitalismus ist gerade dabei sich selbst aufzufressen, in immer
schnelleren Schritten. Dabei wird er auf seinen Weg, ja wohin
eigentlich?, viel Not und Elend hinterlassen. Das wird aber ein
langer, leidensvoller Weg.

Auswege? Sehe ich im Moment keine, nicht bei der derzeitigen
Globalisierung der Wirtschaft.

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