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  • Lochkarte

mehr als 1000 Beiträge seit 24.06.2000

Da werden Erinnerungen wach.

PDP-11 mit RSX: Volles Multiuser/Multitasking System auf 248 kByte.
DOS war dagegen ein Rückschritt um 15 Jahre, obwohl es sogar 640
kByte zur Verfügung hatte.

248 kByte deshalb, weil die Geräte schon konsequent Memory Mapped
angesprochen wurden, wofür 8 kByte reserviert waren. So eine Unsinn
mit IO-Ports und eigenen Befehlen dafür, wie beim x86, gab es nicht.
Der Befehlssatz war wunderbar orthogonal, siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/PDP-11#Befehle

Aufgrund des teuren RAMs hat man offenbar die fehlenden 8 kByte
tatsächlich weggelassen. Heute würde man natürlich 256 kByte einbauen
und einfach 8 davon nicht nutzen. Und die Plattenkontroller hatten
auch nur wenige Byte Pufferspeicher. Daher konnte es selbst beim
Schreiben auf Platte einen Buffer Underrun geben, das nannte sich auf
der PDP "data late". Das Betriebssytem fing das aber ab und setzte
den Schreibvorgang neu auf. Edit: Natürlich konnten die
Plattenkontroller von Anfang an DMA. Der Data Late passierte nicht,
weil der Prozessor nicht nachkam, sondern weil der Bus überlastet
war.

Später gab es dann Maschinen, die 1 MByte Speicher haben konnten, und
mit Hilfe von RSX 11 Plus den Programmen (Tasks genannt), jeweils 64
kByte für Daten und Programmcode getrennt zuordnen konnten. Vorher
konnte der einzelne Task nur 64 kByte groß sein. Mehr ging nur mit
Hilfe des Betriebssystems und der Memory Management Unit durch
ummappen des Speichers. Der Prozessor selbst war konsequent 16
bittig, ohne Segmentregister. Schon von daher war es vielleicht nicht
die beste Idee, auf dieser Basis einen PC zu bauen. 

Vielen Dank, Ken Olsen, für diese tollen Rechner.

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