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  • Peter Gerwinski

784 Beiträge seit 03.12.2001

Re: Pro & Contra - Missverständis

Jan Kechel schrieb am 25. April 2005, 12:56:

> Es gibt zwei Arten von Softwarepatenten, die sehr häufig verwechselt
> werden.
> [...]
> 1. Art: Softwarepatent auf eine konkrete Implementierung

Nein, das gibt es nicht.

Die konkrete Implementierung wird vom Urheberrecht geschützt.

Wem das nicht genügt, der kann den Quelltext geheimhalten
und nur die ausführbaren Programme verkaufen. Das
funktioniert seit 20 Jahren hervorragend.

> 2. Art: Softwarepatent auf einen Lösungsweg

Genau darum geht es bei den Software-Patenten.
_Alle_ existierenden Software-Patente sind von dieser "2. Art."

> Die Pro Argumente treffen nur für die Softwarepatente einer konkreten
> Implementierung zu.

Stimmt genau.

Mit anderen Worten: Die Pro-Argumente beziehen sich
eigentlich auf das Urheberrecht. Ein klassisches
Mißverständnis.

EICTA ist sehr erfolgreich damit, die EU-Parlamentarier in
genau diese Falle zu locken.

> Die Contra Argumente treffen nur für die Softwarepatente auf einen
> Lösungsweg zu.

Stimmt ebenfalls genau.

Mit anderen Worten: Die Contra-Argumente beziehen sich
wirklich auf Software-Patente, die Pro-Argumente gehen
eigentlich am Thema vorbei.

> Die aktuelle EU-Richtlinie für computerimplementierte Erfindungen
> ermöglicht die Patentierbarkeit von Lösungswegen, [...]

Dies trifft auf die Richtlinie des EU-Ministerrats zu.

Die Richtlinie des EU-Parlaments aus der 1. Lesung schließt
die Patentierbarkeit von Lösungswegen aus. Genau das ist der
Unterschied zwischen beiden Richtlinienvorschlägen.

Bitte helft mit, die EU-Parlamentarier aufzuklären!
Unterzeichnet den Aufruf zum Handeln III des FFII!
Siehe: 
http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=7869959&forum_id=77835


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