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Avatar von bombjack
  • bombjack

mehr als 1000 Beiträge seit 29.12.2000

Da ist noch mehr brisantes

drin:

[...]In diesem Zusammenhang wird vor allem auch darauf hingewiesen,
dass hinter jedem kinderpornografischen Bild ein realer Missbrauch
stehe, und dass demnach Beschränkungen im Zugriff auf IP-Adressen
unmittelbar auf den sexuellen Missbrauch von Kindern zurückwirkten.
So erklärte der Innenminister Schleswig-Holsteins, dass derjenige,
der jetzt noch mit der notwendigen Gesetzgebung
(Vorratsdatenspeicherung) warte, „unendliches, irreparables und
lebenslanges Leid traumatisierter Kinder und Jugendlicher“ ignoriere.
Die Annahme eines (kausalen) Zusammenhangs zwischen dem Aufkommen an
sexuellem Missbrauch von Kindern, Herstellung von Kinderpornografie
und Verbreitung
sowie Besitz von Kinderpornografie ist aber nicht begründet.
Nachvollziehbare Untersuchungen, dass ein solcher Zusammenhang
bestehen könnte, gibt es nicht.
[...]

und noch heftiger:

[...]Vereinzelt wird in Lageberichten zur IuK Kriminalität bzw. in
Auswertungen von Kinderpornografieverfahren darauf hingewiesen, dass
ein laufender Missbrauch von Kindern habe beendet werden können. Für
2008 teilt das LKA Baden-Württemberg einen solchen Fall für
Niedersachsen mit, bei einer Zahl von etwas mehr als 1000 initiierten
Verfahren wegen der Verbreitung von Kinderpornografie. Dies heißt,
dass sexueller Missbrauch in Verfahren wegen der Verbreitung von
Kinderpornografie als Zufallsfund gelten kann, keineswegs geht es um
eine quantitativ erhebliche oder Schutzlücken indizierende Zahl von
Fällen (angesichts von knapp 11.000 registrierten Fällen des
sexuellen Missbrauchs pro Jahr im Bundesgebiet).
[...]

 ab Seite 93 in http://vds.brauchts.net/MPI_VDS_Studie.pdf

D.h. für mich dass diverse Argumente die angeführt werden, warum
diese Bilder unter allen Umständen verfolgt werden müssen, greifen
nicht mehr....
Zum einen finden sich bei den Konsumenten die bei den diversen
Aktionen von Wonderland, über Marcy bis Smasher aufgeflogen sind
anscheinend verdammt wenige reale Täter (d.h. Missbraucher) die ihre
eigenen oder gar fremde Kinder missbrauchen (ich reite hier mal nicht
auf der Haarspalterei herum, dass der Begriff Missbrauch auch einen
Gebrauch einschließt) oder gar noch weniger Produzenten. Und zum
anderen versagt auch die "Appetit auf Mehr"-Argumentation d.h. Konsum
 dieser Bilder führt zu realem Missbrauch bzw. um korrekt zu sein
"sexualisierter Gewalt" im Sinne des §176 un f.f. StgB-Komplexes.

Sehr provokant gesagt würde man bei einer Ermittlung in einer Schule
von einem sozialen Brennpunkt wahrscheinlich eine genauso große
Trefferanzahl (§176 und Co.) haben, als wie unter den bei den
diversen Aktionen aufgeflogenen Konsumenten. 

Nur dann frage ich mich was bleibt von den Argumenten die das
Besitzverbot, die Verfolgung als Offizialdelikt, die Verfolgung der
Downloader usw. begründen noch übrig?

Okay, ketzerische Frage...nur ich denke z.B. an "Happy Slapping" oder
an das Video von einem der Typen der in der Schule auf Rachefeldzug
(auch fälschlich Amoklauf genannt) ging. In dem Video (wie schon
öfter geschrieben) zeigte jemand wie in eine Limoflasche (mit noch
etwas Limo) hinein gepisst wurde und diese später zum Trinken dem
später "amoklaufenden" Typen gegeben wurde, wovon er auch trank....

Um z.B. gegen die Verbreitung vorgehen zu können muss nun das dortige
Opfer erst einmal wissen wo es verbreitet wird d.h. keine Polizei
geschweige denn Staatsanwaltschaft wird den Hintern hochbekommen und
von sich aus ermitteln. Ferner kann er nur die aktuelle Verbreitung
verhindern, die Daten der Leute die darauf zugegriffen haben wird er
nicht bekommen, geschweige dass bei den Leuten eine Hausdurchsuchung
erfolgt. 

D.h. bei anderen Vorfällen bzw. über 14 (bzw. über 18 wegen
§184c)schaut ein Opfer in die Röhre, obwohl doch vor dem Gesetz alle
Menschen gleich sein sollten....

Der andere Punkt ist auch, dass diese Verfolgung der Bilder meiner
Ansicht nach ein Schlag in das Gesicht sämtlicher Opfer ist, die das
Pech hatten, dass von ihnen keine Bilder und/oder Videos gemacht
wurden....wie ist da eigentlich der Einsatz von diesen ganzen Mitteln
(Human-Ressourcen, finanzielle und technische Mittel) zu
rechtfertigen, wenn unter 1000 Konsumenten ein realer Täter erwischt
wird und es zugleich 11000 registrierte Fälle des sexuellen
Missbrauchs pro Jahr im Bundesgebiet gibt?
Zusätzlich aber auch noch bei den Therapieangeboten für Opfer und
Täter, den Präventivangeboten für Täter, der Kinder- und Jugendarbeit
(Broken-Home Familien, Kinderstrich (wegen Kohle)), Betreuungsplätze
(im Fall des Falles) usw. der Rotstift angesetzt wird?

bombjack

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