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Avatar von Hartmut Semken
  • Hartmut Semken

mehr als 1000 Beiträge seit 12.04.2000

Ich kenne Gamer, die auch Netz-Aktivisten sind

und mit denen zu reden ist immer wieder knifflig.
Denn die sind im Grunde mit sich selbst im Konflikt.

Der Netzaktivist in ihnen will "natürlich" und unbedingt eine komplette Netzneutralität.

Der Gamer in ihnen wäre allerdings durchaus bereit, für eine garantierte Bandbreite und garantierte Maximallatenz zum PvP-Server extra zu bezahlen.

Was im Moment nach einem Nischenproblem klingt wird mit den Miet-Gaming-Stations, die ja grad in Mode kommen sollen, dann auch einer grössere Zahl von Gelegenheitsspielern sichtbar werden.
Aber im Rahmen von Homeofficeces, die per VPN an das Firmennetz gekoppelt sind, mehr Meetings per Videokonferenz (statt der Rumfliegerei...) etc. wird das Thema auch wieder wichtiger.

Der Forianer-Kollege

https://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/US-Netzneutralitaet-Befuerworter-und-Gegner-bejubeln-neues-Urteil/Netzneutralitaet-per-se-ist-eh-ein-zweischneidiges-Schwert/posting-35347126/show/

macht es eher am Notfallkommunikationsaspekt fest, aber das Thema ist viel breiter.

Denn letztlich gilt: für Streaming reicht auch "Restbandbreite" (wenn halt genug da ist; weil: Buffer), für das Video-Telefonat eher nicht.

Bisher sind wir sehr verwöhnt.
Als ich noch ISP-Netzbetrieb gemacht habe, waren 2Mbit/s die Backbone-Leitungen unserer (kleineren) POPs, grössere hatten E3 (34 MBit/s) oder T3 (45 Mbit/s), wobei die gerne auf einer Cisco 3640 auflagen, die bei ca. 21 bis 22 Mbit/s realem Verkehr ins Rotieren kam (willsagen: Rebbot-Schleife...)

Seither ist sehr viel passiert und 50:10 Mbit/s sind jetzt die aktuelle Prosumer-Mittelklasse?
Und die Backbones sind tatsächlich entsprechend mitgewachsen.
Boah.

Aber bisher galt in der IT immer noch das alte Gesetz: any available resource will be filled.
Die "unendliche" CD (451 Floppy-Äquivalente!!elf!!) steckte bald viermal in der Verpackung aktueller Games, ein Fallout4 mit HiRes-Texturen auf DVD ausliefern wäre - äh - lustig...

Ich jedenfalls bin - schon weil wir das "schon immer" gemacht haben und ich mich nicht schuldig fühlen mag :-) - durchaus dafür, dass man Kommunikations-Verkehre priorisiert.

Netzneutralität als technische Lösung für das soziale Problem bzw. den Cluster sozialer Probleme, die ich mit "Fake News", "Filterbubble", Vorzensur, privatisierte kritische Infrastruktur (Strom, Gas, Telefon...) und so weiter mal umreissen will, ist
* verlockendes
* Dummes Zeug (tm).
Soziale Probleme sind über technische Lösungen quasi nie lösbar.
Und die Einschränkung "quasi" mache ich bewusst nur als Trollschutz; verbal lass' ich die wech.

hase

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