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  • Ulriko

mehr als 1000 Beiträge seit 26.06.2001

Logische Fehlschlüsse und das Dauerthema "Studien"

Es ist immer wieder der gleiche Fehlschluss. Man geht
zu Unrecht von gleichartigen Gruppen aus, obwohl die
eine Gruppe sich in einem Punkt völlig anders verhält.
Weil man sonst aber keine Studie draus machen könnte
(oder nicht so leicht) tut man so, als unterschieden
sich beide Gruppen nur genau in diesem einen Merkmal.

Die "Macher" einer solchen Studie müssen jedoch ein
Szenario argumentativ beweisbar ausschließen: Dass
Mütter, die das Händi häufig benutzen, nicht schon
selbst zu einem größeren Anteil hyperaktiv sind und
dies an die Kinder weitergeben. Und genau das können
sie nicht. Dabei ist genau das sehr plausibel.

Gleiches gilt für sehr viele Studien, z.B. dass man
durch Sport oder durch Schachspielen im Alter angeblich
dem Alzheimer entgegenwirken könne. Dabei ist auch hier
erst mal plausibel, dass diejenigen, die dement werden,
eben mit viel geringerer Wahrscheinlichkeit Schach
spielen oder Sport treiben.

Nicht umsonst ist das Ergebnis der meisten großen
Metastudien, dass die meisten Studien zu einem Thema
methodisch fehlerhaft und daher nicht aussagekräftig
sind.

Kann auch gar nicht anders sein, wenn man verfolgt, 
wie eine Studie nach der Anderen zum gleichen Thema
ein jeweils durchaus mit anderen Studien unvereinbares
Fazit zieht. Was ist nun gesünder, Butter oder die
Margarine? Verlängert ein Glas Rotwein am Tag das
Leben ohne negative Nebenwirkungen oder ist jeder
Tropfen Alkohol schädlich? Diese und andere Fragen
werden doch jedes Jahr von einer neuen Studie und
jeweils wieder auf eine neue Weise beantwortet. Zu
Nutz und Frommen der Menschheit: Die Studienersteller
rechtfertigen ihr Gehalt, die Medien haben etwas zu
berichten und alle übrigen Menschen etwas zu diskutieren.

Ulriko


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