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mehr als 1000 Beiträge seit 19.11.2003

Re: Wie flickt man so ein Kabel?

Snow schrieb am 27. November 2003 15:46

> Fährt da tatsächlich ein Kabelleger raus, zieht das Ding hoch (wie
> kriegt man das überhaupt in 1000m Tiefe zu greifen) und flickt die
> optischen Fasern?

Mit Seepferdchen auf Anabolika :-)

Ich weiss es nur von den traditionellen Unterseekabeln aus Kupfer.

Die Kabel sind mit ihrer Position exakt auf den Seekarten
eingetragen.

Ein Speziell ausgerüstetes Boot zieht mit 2 Seilen einen Spezialhaken
über den Meeresgrund bis das Kabel erwischt wurde. Dabei wird das
Kabel von dem Spezialhaken eingeklemmt. Dann zieht man das ganze
etwas nach oben und mit einem dritten Kabel + Werkzeug fummelt man
sich "zwischen" den Haken und hackt das Kabel durch.

Nun werden die Enden einzeln (halbes Gewicht) nach oben gezogen und
mit einem Zwischenstück entsprechend geflickt.

Danach muss man es "nur" noch herunterlassen.

Dummerweise hat man durch das Hochziehen paar Kilomenter Kabel
nachgeschleppt, so dass das Kabel auf dem Meeresboden nicht mehr an
der gleichen Position zu liegen kommt und Schlaufen nach oben dreht.
Das darf nicht sein, schliesslich herrscht Unterwasser eine Menge
Betrieb.

Also wird mit viel Geschick und Übung das Kabel in einer Art
"Omega-Schlaufe" gelegt und die exakte Position des Kabels und der
Schlaufe mit Sonar überwacht sowie in die Weltweiten Seekarten
eingetragen.

Die Halte- und Positionierungsseile werden am Ende entweder mit
Sprengladungen oder Unterwasserrobots mit Hydraulikzangen relativ
nahe am Kabel "abgezwickt".

Der Betrieb eines Kabelreparaturschiffs kostet etwa 80.000 EUR/Tag,
so ein Reparatureinsatz (mit An- und Abfahrt) dauert in der Regel 2
Wochen so dass man schon mit 1 Mio Euro für eine Reparatur rechnen
muss.

Bernd

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