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Avatar von stiGGG
  • stiGGG

mehr als 1000 Beiträge seit 18.05.2004

Frage zum alten C-Programmierstil

Hab das Repo mal geklont und ein wenig im Code gestöbert. Finde es immer recht spannend in solchen historischen Quelltexten rumzuwühlen und schließlich hab ich als junger Bub auch mal Win 3.11 benutzt.
Als ich zuerst die relativ überschaubare Zahl an Dateien sah, dachte ich oh das ist ja übersichtlich. Dann hab ich erstmal cloc drüber rennen lassen, ok sind dann doch immerhin gut 25k Zeilen insgesamt. Gut ist jetzt nicht extrem viel, aber bei gerade mal 31 Implementierungs-Dateien hätte ich weniger LOC erwartet. Dann mal den src Ordner nach Dateigröße sortiert und die dicken Brocken entdeckt. wfassoc.c hat zum Beispiel 4578 Zeilen. Im Datei Header steht "Windows File Manager association code", es scheint mir sowas wie die Müllhalde des Projekts zu sein, wo alle Funktionen reinkamen, die man sonst nicht wusste wo man sie sonst hinpacken soll. Es gibt aber noch mehr so fette Dinger, auch sonst scheint mir die Architektur des Projekts nicht besonders schick. Die Funktionen sind mehr irgendwie thematisch gruppiert, so wie ich das sehe wird da dauernd munter Logik und GUI gemischt. Darum geht es mir aber weniger, mehr um die riesigen Files an sich. Muss zwar zugeben, dass mich das nicht wirklich schockt, da ich sowas auch schon in modernen C Projekten gesehen habe. Meine Frage dazu aber, hatte das früher irgendeinen technischen Hintergrund? Geht der Kompiliervorgang schneller umso weniger Dateien man hat?
Aus meinen eigenen Programmiererfahrungen kann ich sagen, dass für mich das arbeiten in einem File spätestens zur Qual wird wenn so ca 500 Zeilen überschritten werden. IMO meistens auch ein Zeichen, dass man zu wenig abstrahiert. Und das ist auf moderne IDEs bezogen mit im Vergleich zu früher gigantischen Monitoren. Wie man sich mit einem 14" VGA Monitor oder was die Jungs damals zur Verfügung hatten in einer 4500 Zeilen Datei zurecht zu finden will ist mir absolut schleierhaft. Oder liege ich hier falsch und das tooling war damals so schlecht, dass das ständige wechseln zwischen verschiedenen Files noch anstrengender gewesen wäre? ctags oder sowas ähnliches müsste es doch zumindest schon gegeben haben?

Hier gibts doch sicher ein paar alte Hasen, die da ein paar Einblicke in das frühe Handwekr liefern können ;-)

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