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  • Strimm

mehr als 1000 Beiträge seit 03.02.2017

Notausgang-Geräte

Smartphones werden nun mal extrem häufig als "Notausgang" benutzt. :-(

Also zum sofortigen bequemen Ausstieg aus Situationen, die irgendwie anstrengend oder fordernd sind. Dazu gehören menschliche Begegnungen genauso wie Lernprozesse, die von Haus aus mal länger dauern und mühsam sein können. Wollen wir wirklich, dass die Kinder immer gleich weglaufen können?

Kommunikation muss unbedingt analog gelernt sein, bevor sie überwiegend schriftlich passiert. Kinder müssen Stimme, Körperhaltung, Mimik usw ja auch erst deuten lernen.

Ich halte das für eine Katastrophe, wie es jetzt läuft. Empathie geht messbar zurück in den letzten Jahren, die Beziehungen werden auch von Jugendlichen iimmer mehr als "nicht verlässlich" und "oberflächlich" beschrieben. Kein Wunder, wenn man weder ruhiges Zuhören geübt hat noch das Aushalten von sichtbaren (!) Emotionen im Kontakt (und zwar die eigenen genauso wie die des Gegenübers). Kein Wunder auch, dass das Vertrauen schwindet, wenn jedes "Gespräch" wahllos kopiert und an andere weitergeleitet werden kann, für die es gar nicht gedacht war.

Das könnte man natürlich gut zum Thema im Unterricht machen, in Ethik oder so. Man könnte einen typischen Chatverlauf analysieren und dann das gleiche "Gespräch" in Echtzeit ausprobieren - da werden die Erkenntnisse nur so purzeln, welch gravierender Unterschied da besteht.

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