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  • Eisenfaust

519 Beiträge seit 08.12.2006

Ein paar mögliche Antworten

1) M$ ist ein US Konzern. Also liegt es doch nahe, daß es bereits Informationsaustausch zwischen US Geheimdienst und M$ gegeben hat. Das ist bereits hier im Forum als mögliche Antwort gegeben worden. Die Lückeyes erwiesen sich als nützlich, also wurden sie noch nicht geschlossen.

2) Wieso gibt es in bundesdeutschen Behörden, in Einrichtungen des deutschen Verkehrswesen, bei Banken und Einrichtungen des bundesdeutschen Geldverkehrs so viele ungepatchte Systeme? Nun, weil das Personal, das für die Administration zuständig ist inkl. deren Vorgesetze Sicherheit nicht als einen Gegenstand der höchsten Priorität betrachten. Ob es nun Faulheit, Unwissenheit, organisatorische "Fachkompetenz" oder generell strukturelle Kompetenzen sind, die als Ursache in Frage kommen, ist eigentlich nicht aus dem Stegreif zu beantworten. Es gibt inkompetente Vorgesetzte und wer deutsche Nachwende behörden kennt, weiß, wie breit sich hier Müßiggang und Inkompetenz ala Sozialismus der DDR breit gemacht hat.

ad 1) M$ will Geld verdienen und letztlich unterweirft der konzern sich freiwillig auch gewisser Sanktionen fremder, Nicht-US affiner Staaten. Aber das grundproblem bleibt: weltweit wird die Monokultur Windows kultiviert mit potentiell katastrophalen Konsequenzen. Hersteller von Applikationen, die zwingend auf die M$ Platform setzen, erkaufen sich damit auch alle möglichen Lücken, die beabsichtigt in das OS eingebaut werden. Ich überlege mir gerade was passiert, wenn Microsofts Windows ein fester Bestandteil des Teilchenzoos im "Internet der Dinge" wird und sich Lücken wie die dargelegte hier schädlich erweisen. Es muß nicht gleich die Explosion einer Nuklearanlage sein, aber eine Störung der Wasseraufbereitung oder die Zerstörung von Energieverteilanlagen oder eine provozierte Kettenreaktion in einem chemieverarbeitenden Betrieb durch ausnutzung von Lücken sind Szenarien, die schon längst den Sprung aus der Science-Fiction hin zur Realität geschafft haben.

ad 2) Auf die Frage "warum es denn soviele ... gab" gibt es vielleicht eine einfach Erklärung. Die Frage und Antwort korrelieren vielleicht ganz gut mit der Anzahl der fachkundigen Sicherheitsbeauftragten. ich schließe mal bundesdeutsche Behörden aus, wie bei der Bahn habe ich hier das "Gefühl" (ohne zu sagen, es basiert auf Wissen), daß es begehrte Pöstchen sind, die ganz in der Tradition der Arbeiter und Bauern durch die Gewerkschaften an Getreue verteilt werden. Und wenn es denn kompetente Personen sind, dann fehlt diesen, zumindest im Staatswesen, die "Vergatterung". Die Wehrkundigen unter uns wissen vielleicht noch, daß der Wachdienst in der Kaserne nur einer bestimmten Kommandokette Rechenschaft ablegen mußte und selbst höhere Offiziere sich den Anweisungen ihnen rangtechnisch Untergebenen zu beugen hatten. Eine solche Vergatterung fehlt. Vor allem auch die rechtliche Sicherheit. Weiterhin schlägt der Sozialismus in vielen Fällen gnadenlos zu: der Vorgesetzte sitzt nur vor und hat ein dickeres Monatsendgehalt und darf sagen, was gemacht wird. Ob nun kompetent oder nicht. Passiert dann doch etwas, wird die Schuld delegiert - und die Richtung ist meistens mit einem negativen Gradienten behaftet: es sind immer die "Kleinen" schuld.

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